„Kein Kommentar“ zu Luftangriff auf Airport

Politik / 13.01.2017 • 22:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Laut dem Ex-General Mustafa Al-Scheich werden an den Friedensgesprächen in Astana nur Militärvertreter teilnehmen.  Foto: ap
Laut dem Ex-General Mustafa Al-Scheich werden an den Friedensgesprächen in Astana nur Militärvertreter teilnehmen.  Foto: ap

Syrien macht Israel verantwortlich und wirft Terrorunterstützung vor. Russland plant Friedensgespräche.

damaskus. Die syrische Armee hat Israel für den Angriff auf einen wichtigen Militärflughafen der syrischen Streitkräfte nahe der Hauptstadt Damaskus verantwortlich gemacht. Ein israelisches Flugzeug habe in der Nacht auf Freitag acht Raketen auf den Masseh Airport abgeschossen, sagte ein Militärvertreter der staatlichen Nachrichtenagentur SANA und drohte Israel mit Vergeltung. Aus syrischen Sicherheitskreisen hieß es, dass bei dem Angriff ein Gebäude in Brand geraten war und vier Personen verletzt wurden. 

„Israelische Aggression“

Die syrische Regierung hat Israel wegen dieses mutmaßlichen Luftangriffs Unterstützung von Terrorgruppen vorgeworfen. In einem Brief an die Vereinten Nationen schrieb Syriens Außenministerium am Freitag, dass die „israelische Aggression Teil einer langen Serie von Angriffen“ sei. Zudem warf der Außenminister unter anderem den israelischen, französischen, britischen und amerikanischen Geheimdiensten vor, den Angriff geplant zu haben. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte dazu: „Es gibt keinen Kommentar.“

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, der Angriff traf eine Waffenlieferung für die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, die in Syrien an der Seite von Machthaber Baschar al-Assad kämpft. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011 hat die syrische Regierung Israel schon mehrfach für Angriffe auf syrischem Gebiet verantwortlich gemacht, darunter auch in der Gegend von Mazzeh.

Die syrische Armee übernahm unterdessen nach Beobachterangaben größtenteils die Kontrolle über das von Rebellen gehaltene Tal Wadi Barada in der Nähe von Damaskus. Das Tal ist wichtig für die Wasserversorgung von Damaskus. Die Rebellen hatten kurz vor Weihnachten das Tal und die Pumpwerke der Wasserquellen besetzt. Laut einem Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sei es den Regierungskräften am Freitag gelungen, nach schweren Gefechten bis nahe an die Quellen heranzurücken.

Die Türkei und Russland hatten nach Verhandlungen in Moskau ein militärisches Abkommen über die Koordination von Luftangriffen in Syrien unterzeichnet. Ziel des Abkommens sei es, die Sicherheit von türkischen und russischen Luftstreitkräften zu gewährleisten, teilte der Generalstab in Ankara mit. Die Türkei und Russland hatten zuvor eine Waffenruhe zwischen der Regierung und der Opposition in Syrien ausgehandelt, die am 30. Dezember in Kraft getreten war.

In Moskau trafen unterdessen Vertreter der syrischen Opposition zur Vorbereitung von Friedensgesprächen ein, berichtete die russische Agentur Interfax. Der Leiter der Delegation und syrische Ex-General Mustafa al-Scheich sagte demnach, an den Gesprächen in Kasachstans Hauptstadt Astana würden voraussichtlich keine Politiker teilnehmen, sondern lediglich Militärvertreter.

Mit oder ohne UN?

Nach Einschätzung von Beobachtern des Syrienkonflikts ist die in Moskau eingetroffene Delegation jedoch nicht repräsentativ für die zersplitterte syrische Opposition. Mehrere einflussreiche Gruppen hatten gedroht, den Friedensgesprächen fernzubleiben, falls die seit Ende Dezember geltende Waffenruhe nicht eingehalten werde.

Die Gespräche in Astana sollen am 23. Jänner beginnen. Sie werden von Russland, der Türkei und dem Iran vermittelt. Es ist jedoch noch völlig offen, welche Gruppen zu der Konferenz kommen wollen und ob sich die UN daran beteiligen werden.