Trump bekennt sich doch zur Nato

Politik / 27.01.2017 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trump und May sprachen eine Stunde lang miteinander. Foto: AFP
Trump und May sprachen eine Stunde lang miteinander. Foto: AFP

US-Präsident besprach mit Briten-Premier Theresa May Weltpolitik und Wirtschaft.

washington. Die USA bekennen sich nach den Worten von Großbritanniens Premierministerin Theresa May „zu 100 Prozent“ zum nordatlantischen Verteidigungsbündnis Nato. Das habe ihr US-Präsident Donald Trump in ihrem Gespräch am gestrigen Freitagabend im Weißen Haus versichert, sagte May vor Journalisten nach der rund einstündigen Unterredung im Oval Office.

Trump, der dem nicht widersprach, hatte zuvor erklärt, er halte die Nato für obsolet. Trump hatte May als ersten ausländischen Staatsgast seit seinem Amtsantritt vor einer Woche in Washington empfangen. Die Premierministerin widersprach Trump aber auch in zentralen Punkten. Die USA und Großbritannien müssten international Verantwortung übernehmen und Führung zeigen, forderte sie. Militärische Interventionen wie im Irak oder in Afghanistan dürfe es jedoch nicht mehr geben.

In der Russland-Politik beharrte May auf den bestehenden Sanktionen, solange das Minsker Abkommen zur Ukraine nicht vollends umgesetzt sei. Sie hatte im Vorfeld vor republikanischen Abgeordneten gesagt, Washington müsse sich bei der von Trump mehrmals angekündigten Annäherung an Russland in Acht nehmen. Donald Trump, der am Samstag mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren will, erklärte, er sei offen. „Wir werden sehen, was passiert. Ich kenne den Gentleman nicht“, sagte er über Putin,

May wollte mit ihrem Besuch auch eine diplomatische Offensive für ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA starten. Die Briten brauchen dringend eine solche Partnerschaft für die Zeit nach dem Verlassen der EU. Präsident Trump zieht generell bilaterale Abkommen den Verträgen mit mehreren Beteiligten, wie dem auf Eis gelegten TTIP, vor.

Medienschelte

Im Vorfeld des Treffens hatte Trumps Regierungmannschaft erneut wegen ihrer Beziehung zu den Medien für Aufsehen gesorgt. Trumps Strategiechef Bannon stellte klar, dass er die Medien als politischen Gegner begreift. „Ihr seid die Opposition“, sagte Bannon, „nicht die Demokratische Partei.“ Die „New York Times“ sprach er direkt an: „Sie sollten sich schämen und demütig sein, den Mund halten und einmal eine Weile lang zuhören.“

Trump und May sprachen eine Stunde lang miteinander. Foto: AFP
Trump und May sprachen eine Stunde lang miteinander. Foto: AFP