Kasernen-Gewaltexzesse lösen Empörung aus

Politik / 29.01.2017 • 22:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Skandal um Elite­standort der Deutschen Bundeswehr.

pfullendorf. Im Skandal um Gewaltexzesse von Soldaten an einem Elite-Standort der Deutschen Bundeswehr geraten zunehmend auch
das Verteidigungsministerium und die militärische Führung in die Kritik. Bundestagsabgeordnete von SPD und Grünen prangerten eine schleppende Informationspolitik an und wollen die Vorfälle in der Staufer-Kaserne von Pfullendorf (Baden-Württemberg) im Verteidigungsausschuss prüfen. „Es betrifft etliche Soldaten und Vorgesetzte“, sagte etwa der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), der „Bild“-Zeitung. Nun werde „hart durchgegriffen“. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Vorfälle als „abstoßend und widerwärtig“ bezeichnet.

Laut „Spiegel Online“ gab es unter anderem „sexuell-sadistische Praktiken“ sowie Gewaltrituale in der Elite-Ausbildungskaserne. Sieben Soldaten wurden vom Dienst suspendiert und sollen fristlos entlassen werden, zudem wurden mehrere Disziplinarverfahren und Versetzungen angeordnet. Die Bundeswehr schaltete die Staatsanwaltschaft ein und stellte Strafanzeige gegen mehrere Soldaten, Generalinspekteur Wieker will „in den nächsten Tagen“ nach Pfullendorf fahren, um sich die Vorgänge darstellen zu lassen, erfuhr die dpa.