Liechtenstein wählt neuen Landtag

Politik / 03.02.2017 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Parlamentswahl im Fürstentum stellen sich vier Parteien mit insgesamt 71 Kandidaten.

vaduz. (VN) Der Wahlkampf im benachbarten Fürstentum geht ins Finale. Am Sonntag gehen wie bereits vor vier Jahren vier Parteien ins Rennen. Das Spitzenamt des Regierungschefs machen sich der amtierende Adrian Hasler (52) und sein Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer (47) streitig.

Beide vertreten konservative Parteien: Hasler die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP), Zwiefelhofer die Vaterländische Union (VU). Seit Jahrzehnten regieren FBP und VU einvernehmlich als Koalition, lösen sich aber im Spitzenamt oft ab. In der aktuellen Landesregierung ist Hasler für das Ministerium für Präsidiales und Finanzen verantwortlich. Zwiefelhofer ist für das Ministerium für Inneres, Justiz und Wirtschaft zuständig. 

Repräsentative Umfragen vor der Wahl gibt es laut einem Regierungssprecher nicht. Aber nach dem Ergebnis 2013 zu urteilen, sind kleinere Parteien auf dem Vormarsch. Damals mussten FBP und VU Stimmverluste hinnehmen. Die grün-alternative Freie Liste (FL) hatte nämlich von einem auf drei Mandate zugelegt, die von einem abtrünnigen VU-Abgeordneten gegründete Partei „Die Unabhängigen“ (DU) kam aus dem Stand auf vier Mandate. Das entspricht gut 15 Prozent der Stimmen.

Für die 25 Sitze im Parlament stellen sich insgesamt 71 Kandidaten zur Wahl. Die VU tritt mit der Maximalzahl von 25 Kandidaten an, die FBP mit 22. Die DU stellt 15 und die FL acht Kandidaten.

Gewählt wird in zwei Wahlkreisen – im Oberland und im Unterland. Das Oberland stellt 15 Abgeordnete, das Unterland zehn. Die Wahllokale sind nur eineinhalb Stunden geöffnet. 95 Prozent der Wähler geben ihre Stimme per Brief ab.

Rückgang der Wahlbeteiligung

Die Briefwahlfrist endete am Freitag um 17 Uhr. Die Stimmbeteiligung fiel 2013 erstmals knapp unter die 80-Prozent-Marke. Radio FL zufolge wird diesmal mit einem weiteren Rückgang gerechnet.

Die ersten Ergebnisse der Landtagswahl werden am späten Sonntagnachmittag erwartet.

Mit 160 Quadratkilometern und knapp 38.000 Einwohnern gehört das Fürstentum Liechtenstein zu den kleinsten Staaten der Welt. Landesfürst Hans-Adam (71), der aus einer der ältesten Adelsfamilien Europas stammt, hat sich 2004 zurückgezogen. Seitdem vollzieht sein Sohn Alois die Amtshandlungen.

Der Fürst ernennt die Regierung auf Vorschlag des Landtags, er kann ihn auflösen und Gesetze stoppen. Die Regierung bestimmt die Politik.