Sabine Oberhauser verlor Kampf gegen den Krebs

Politik / 23.02.2017 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So lange es möglich war, blieb Sabine Oberhauser aktiv.  Foto:apa
So lange es möglich war, blieb Sabine Oberhauser aktiv. Foto:apa

Die Gesundheitsministerin ging von Anfang an sehr offen mit ihrer Krankheit um.

wien. (VN) Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (53) hat den Kampf gegen ihre Krebserkrankung verloren. Die SPÖ-Politikerin war seit Februar 2015 wegen Unterleibskrebs in Behandlung, gestern Donnerstag starb sie. Die langjährige Gewerkschafterin und Gesundheitspolitikerin übernahm 2014 das Ressort im Zuge einer Regierungsumbildung, die dem Krebstod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer geschuldet war. Oberhauser ging von Anfang an sehr offen mit ihrer Erkrankung um. So teilte sie ihre Diagnose nicht nur via Facebook mit, sondern hielt die Öffentlichkeit auch weiter über Operationen und Chemotherapien auf dem Laufenden und erschien mit kurzgeschnittenen Haaren beim Ministerrat.

Ein großes Anliegen

Anfang November zeigte sie sich stark abgemagert und, wie sie selbst sagte, „körperlich schwach beinand“ in der Öffentlichkeit. „Das Gesundheitssystem ist mir ein Riesenanliegen. Ich kann Ihnen versprechen, dass ich versuchen werde, gut darauf aufzupassen“, lautete damals ihr Versprechen vor dem Nationalrat. Zuletzt musste sich Oberhauser wegen einer Bauchfellentzündung in Spitalsbehandlung begeben und wurde deshalb seit einer Woche von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) vertreten.

Die Ministerin war als Kinderärztin, Allgemeinmedizinerin und auch als Krankenhaus-Managerin geschult. Viele Veränderungen im Gesundheitsbereich trugen schon ihre Handschrift. Unter Oberhausers Tätigkeit als Ministerin fiel unter anderem der Beschluss des Rauchverbots in der Gastronomie. Schleppend hingegen entwickelten sich die Verhandlungen zu den neuen Primärversorgungseinrichtungen im Gesundheitsbereich, wo Oberhauser bis zuletzt mit hartnäckigem Widerstand der Ärztekammer zu kämpfen hatte.

Politiker aller Parteien reagierten erschüttert auf den Tod von Sabine Oberhauser. „Eine leidenschaftliche Politikerin und ein liebenswerter Mensch ist viel zu früh von uns gegangen“, sagte etwa Nationalratspräsidentin Doris Bures. Von einer Nachricht, die unbeschreiblich traurig macht, sprach Bundeskanzler Christian Kern. „Ihre Fröhlichkeit, ihre Kompetenz und ihr Engagement werden uns fehlen“, betonte Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

„Nit lugg lo“

In einem VN-Sommergespräch meinte Sabine Oberhauser einst auf die Frage, ob sie jemals Schwierigkeiten mit dem Vorarlberger Dialekt gehabt habe: „Verstehen tu ich es. Mein angeheirateter Cousin, ein Arzt in Feldkirch, schickt mir am Ende jeder Nachricht immer ein ‚Nit lugg lo‘, gib nicht auf. Und das werde ich auch nicht.“ Die Familie ihres Mannes stammt bekanntlich aus Götzis. Sabine Oberhauser hinterlässt ihren Mann, den Radiologen Gerold Oberhauser, sowie zwei Töchter.

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