Weißes Haus bat FBI angeblich um Dementi zu Russland-Kontakten

Politik / 24.02.2017 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trump attackierte das FBI auf Twitter scharf. reuters
Trump attackierte das FBI auf Twitter scharf. reuters

US-Bundespolizei sollte Berichte zurückweisen, weigerte sich jedoch.

washington. Das Weiße Haus hat einem Medienbericht zufolge das FBI gebeten, angebliche Kontakte zwischen Mitarbeitern von Donald Trump und russischen Geheimdienstlern abzustreiten. FBI-Chef James Comey habe die Bitte abgelehnt, weil die Angelegenheit Gegenstand von Ermittlungen sei, berichtete CNN in der Nacht zum Freitag unter Berufung auf Regierungsquellen. Direkte Kommunikation zwischen dem Weißen Haus und dem FBI über bevorstehende Ermittlungen sei unüblich.

CNN und die „New York Times“ hatten in der vergangenen Woche berichtet, Mitglieder des Teams des heutigen US-Präsidenten Trump hätten während des Wahlkampfs wiederholt mit hochrangigen russischen Geheimdienstmitarbeitern in Kontakt gestanden. Trump dementierte das. CNN meldete nun weiter, das Weiße Haus habe bestätigt, dass Stabschef Reince Priebus am Tag nach der Veröffentlichung mit dem stellvertretenden FBI-Chef Andrew McCabe darüber sprach. Später habe sich Priebus noch einmal an McCabe und Comey gewandt und sie gebeten, die Berichte Journalisten gegenüber anzufechten. Dem Weißen Haus zufolge äußerte das FBI allerdings zuvor Zweifel an den Berichten. Trump-Sprecher Sean Spicer sagte laut CNN: „Wir haben nicht versucht, die Geschichte niederzuschmettern. Wir haben sie gebeten, die Wahrheit zu sagen.“ Trump warf dem FBI vor, nicht genug gegen Enthüllungen aus dem Sicherheitsapparat zu tun. Das FBI sei vollständig unfähig, wenn es darum gehe, die undichten Stellen zu stopfen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Am Rande der konservativen CPAC-Konferenz in Washington übte sich der Präsident wiederum erneut in Medienschelte. „Sie haben keine Quellen, sie denken sie sich aus“, empörte er sich.

Neue Kritik ernterte Trump unterdessen mit seiner Aussage, sein Land müsse führende Atommacht sein. Jeder Staatschef auf der Welt außer Trump wisse, dass die USA schon jetzt führend auf dem Gebiet seien, erklärte John Tierney vom „Center for Arms Control and Non-Proliferation“. Trump hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters beklagt, die USA seien auf diesem Gebiet zurückgefallen. Kommentatoren werteten seine Aussagen im Interview als Forderungen, das Atomwaffenarsenal ausbauen zu wollen.

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