Regierungschef von Serbien mit klarem Sieg

Politik / 02.04.2017 • 20:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Aleksandar Vucic ging als klarer Favorit ins Rennen um das Präsidentenamt und wurde dieser Rolle gerecht. Foto: AFP
Aleksandar Vucic ging als klarer Favorit ins Rennen um das Präsidentenamt und wurde dieser Rolle gerecht. Foto: AFP

Erfolg von Aleksandar Vucic galt im Vorfeld bereits als sicher.

belgrad. Bei der Präsidentenwahl in Serbien hat sich am Sonntag ein Erdrutschsieg von Ministerpräsident Aleksandar Vucic abgezeichnet. Für den 47-jährigen Konservativen stimmten am Sonntag nach ersten Hochrechnungen 58 Prozent der Wähler. Damit dürfte dem EU-freundlichen Vucic schon nach der ersten Runde das Präsidentenamt sicher sein. Die Resultate wurden nach Auszählung der Stimmen aus knapp 40 Prozent der repräsentativen Wahllokale mitgeteilt. Der Urnengang stand allerdings im Zeichen einer hohen Wahlabstinenz. Die Beteiligung lag bei etwa 55 Prozent.

Der Präsident hat in Serbien zwar überwiegend zeremonielle Aufgaben. Doch es wird erwartet, dass Vucic einen Vertrauten zu seinem Nachfolger ernennt und sich so die Macht auch als Staatsoberhaupt sichert. Er will das Balkan-Land in die EU führen, was angesichts der traditionell engen Verbindungen zu Russland einem Balance-akt gleichkommt.

Kritik an Machtfülle

Die Opposition kritisierte bereits im Vorfeld des Votums die sich anbahnende Machtfülle Vucics, dem Gegner einen Hang zum autoritären Führungsstil vorwerfen. Ende der 1990er-Jahre war er als serbischer Informationsminister gefürchtet, der Kritik an der Regierung während des Kosovo-Kriegs im Keim zu ersticken suchte.

Der wichtigste Oppositionskandidat Sasa Jankovic kam auf 14 Prozent der Stimmen. Dritter wurde der 25-jährige Student und Komiker Luka Maksimovic. Er hatte im Wahlkampf unter einem Künstlernamen für Aufsehen gesorgt, indem er in Parodien auf das Klischee korrupter Balkan-Politiker anspielte. Zur Wahl aufgerufen waren 6,7 Millionen Serben.