Bombenanschlag auf U-Bahn erschüttert St. Petersburg

Politik / 03.04.2017 • 20:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Sprengsatz explodierte in einem fahrenden Zug. Er soll in einer Aktentasche unter einem Sitz deponiert worden sein.  Foto: AFP
Ein Sprengsatz explodierte in einem fahrenden Zug. Er soll in einer Aktentasche unter einem Sitz deponiert worden sein. Foto: AFP

Mindestens elf Todesopfer und fast 50 Verletzte. Polizei fahndet nach zwei Verdächtigen.

st. petersburg. (VN) Die russische Fünf-Millionen-Metropole St. Petersburg ist Ziel eines Anschlags geworden. Mindestens elf Menschen kamen am Montagnachmittag ums Leben, als ein Sprengsatz in einer fahrenden U-Bahn tief unter dem Zentrum der Stadt explodierte. Rund 50 weitere Personen wurden verletzt, zahlreiche von ihnen schwer. Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terrorakt aus. Die Behörden erhöhten in St. Petersburg und in der Hauptstadt Moskau die Sicherheitsvorkehrungen.

Die Explosion fand den Ermittlern zufolge auf der Fahrt des U-Bahnzuges zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) und Technologisches Institut statt. „Der Maschinist traf die absolut richtige Entscheidung, nicht anzuhalten, sondern bis zur nächsten Station zu fahren, damit den Opfern unverzüglich geholfen werden konnte“, sagte die Sprecherin des staatlichen Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko. Dadurch seien Menschenleben gerettet worden. Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm TNT. Der Sprengsatz sei in einem Aktenkoffer deponiert und mit Metallteilen versehen gewesen, um die tödliche Wirkung zu verstärken.

Zweiter Sprengsatz entschärft

Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, schrieb die Polizei zwei Verdächtige zur Fahndung aus. Einer von ihnen soll die Bombe in der Aktentasche unter einem Sitz in der U-Bahn-Garnitur platziert haben, berichtete Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der andere soll eine Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) deponiert haben. Der zweite Sprengsatz wurde von den Sicherheitskräften rechtzeitig entdeckt. Spezialisten des Inlandsgeheimdienstes FSB konnten ihn entschärfen. Wie die Behörden mitteilten, enthielt er bis zu einem Kilogramm Sprengstoff und Splitter. Laut letzten Meldungen soll mindestens ein Selbstmordattentäter am Werk gewesen sein. Es handle sich um einen 23-Jährigen aus Zentralasien. Der junge Mann habe die Bomben in einem Rucksack in die Metro gebracht. Er sei mit radikalen Islamisten in Verbindung gestanden.

Im Laufe des Tages gab es widersprüchliche Aussagen zu der Zahl der Todesopfer. Am Montagabend war davon auszugehen, dass mindestens elf Menschen ums Leben gekommen waren. Gesundheitsministerin Weronika Skworzowa erklärte, es habe 47 Verletzte gegeben.

Der verheerende Anschlag bedeutet auch eine Herausforderung für Präsident Wladimir Putin. Dieser war am Montag in seiner Heimatstadt, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers zum Zeitpunkt der Explosion im Vorort Strelna auf. Später traf er auf Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko. Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge mit vielen Todesopfern in der Moskauer U-Bahn gegeben. Die meisten davon wurden in Zusammenhang mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht.

Aufgrund des Eingreifens im syrischen Bürgerkrieg, aber auch wegen der nach wie vor instabilen Lage in der Kaukasusregion gilt Russland als Ziel von Terroristen.

Am Tag des Anschlags traf Putin Weißrusslands Präsidenten Lukaschenko. Die Detonation erfolgte im Zentrum der Stadt.  REUTERS
Am Tag des Anschlags traf Putin Weißrusslands Präsidenten Lukaschenko. Die Detonation erfolgte im Zentrum der Stadt. REUTERS
Ich bin entsetzt über die abscheulichen Ereignisse in St. Petersburg. Viele unschuldige Menschen haben ihr Leben verloren.  
               Christian Kern

Ich bin entsetzt über die abscheulichen Ereignisse in St. Petersburg. Viele unschuldige Menschen haben ihr Leben verloren.

Christian Kern

Meine Gedanken sind bei den schrecklichen Ereignissen (...). Mein Mitgefühl ist bei den Opfern und ihren Angehörigen.  
               Alexander Van der Bellen

Meine Gedanken sind bei den schrecklichen Ereignissen (…). Mein Mitgefühl ist bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Alexander Van der Bellen

Ich bin schockiert und betrübt über die Nachrichten (...). Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen. 
               Jean-Claude Juncker

Ich bin schockiert und betrübt über die Nachrichten (…). Nichts kann solche barbarischen Handlungen rechtfertigen.

Jean-Claude Juncker

Schrecklich. Schreckliche Sache (...). Es passiert überall auf der Welt. Eine absolut schreckliche Sache. 
               Donald Trump

Schrecklich. Schreckliche Sache (…). Es passiert überall auf der Welt. Eine absolut schreckliche Sache.

Donald Trump

Vieles deutet derzeit darauf hin, dass es sich um einen hinterhältigen Anschlag auf unschuldige Menschen handelt. 
               Sigmar Gabriel

Vieles deutet derzeit darauf hin, dass es sich um einen hinterhältigen Anschlag auf unschuldige Menschen handelt.

Sigmar Gabriel

Verfolge die Neuigkeiten gemeinsam mit allen EU-Außenministern. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Russland. 
               Federica Mogherini

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Federica Mogherini