„Alles ist gesperrt, man kommt nirgendwo hin“

07.04.2017 • 20:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Peter Reisenzein war im Büro, als der Anschlag passierte.
Peter Reisenzein war im Büro, als der Anschlag passierte.

Der Harder Peter Reisenzein lebt seit viereinhalb Jahren in Stockholm.

Stockholm. (VN-ger) Die Schocknachricht erreichte Peter Reisenzein (32) an seinem Arbeitsplatz. „Ich habe es über eine Kollegin erfahren. Ein Freund von ihr arbeitet unweit des Tatorts“, berichtet der gebürtige Harder. Das war gegen 15 Uhr. Seither ist an arbeiten nicht mehr zu denken. „Eigentlich ist es ja nicht so unerwartet. Dennoch bin ich schockiert, dass so etwas auch in diesem Land passiert“, versucht er seinen Gemütszustand am späten Nachmittag in Worte zu fassen.

Das Ausmaß und die Lage in der schwedischen Hauptstadt waren auch Stunden nach dem Anschlag noch unklar. „Wir wissen noch nicht viel. Die Polizei sagt noch immer, dass man sich nicht draußen aufhalten soll. Offenbar wurde ein Verdächtiger festgenommen. Ein Augenzeuge hat allerdings berichtet, dass drei bewaffnete Männer aus dem Lkw ausgestiegen sind“, schildert der Vorarlberger.

Transport

Der 32-Jährige arbeitet seit Oktober 2012 als Einkäufer für Obst und Gemüse bei Lidl Schweden. Sein Büro befindet sich in der größten Fußgängerzone von Stockholm, drei U-Bahnstationen von der Einkaufsmeile Drottninggatan entfernt. „Eine Bekannte von mir war gerade in der Nähe, als es passiert ist. Sie ist immer noch in der Innenstadt. Alle U-Bahnen und die meisten Straßen sind gesperrt, man kommt nirgendwo hin“, beschreibt Peter Reisenzein. Wie er heute nach Hause kommt? „Bei uns in der Firma wird gerade organisiert, dass alle irgendwie mit dem Auto heimkommen. Ich warte, bis mich meine Freundin abholt“, meint er nachdenklich.