Strategie zur Krisenlösung gesucht

10.04.2017 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sondereinheiten patrouillieren durch die Stadt Lucca. reuters
Sondereinheiten patrouillieren durch die Stadt Lucca. reuters

G7-Außenminister beraten über Syrien-Krieg. Deutschland will diplomatische Lösung.

lucca. (VN) Nach der neuen Eskalation im Syrien-Konflikt wollen die sogenannten G7-Staaten Kreml-Chef Wladimir Putin von seiner Unterstützung für Syriens Präsident Bashar al-Assad abbringen. Putin müsse „der Wahrheit über den Tyrannen, den er unterstützt, ins Gesicht sehen“, sagte der britische Außenminister Boris Johnson vor dem G7-Außenministertreffen am Montag in der italienischen Stadt Lucca.

Der Westen macht Assad für den Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Kleinstadt Khan Sheikhoun im Nordwesten Syriens verantwortlich, obwohl das bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Als Vergeltung ließ US-Präsident Donald Trump am Freitag einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierungstruppen bombardieren. Der Kreml verurteilte die US-Attacke als „Angriff auf einen souveränen Staat“ und als Verstoß gegen das Völkerrecht. Syrien bestreitet jegliche Verantwortung für den Einsatz von Chemiewaffen.

Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel sprach sich bereits im Vorfeld des G7-Gipfels strikt gegen eine „weitere militärische Eskalation“ im Syrien-Konflikt aus. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Großbritannien, Frankreich und Italien wolle er US-Außenminister Rex Tillerson nun davon überzeugen, den Fokus auf eine diplomatische Lösung zu legen. „Wir müssen jetzt die Russen und viele andere an den Verhandlungstisch bekommen“, sagte Gabriel. Russlands Außenminister Sergej Lawrow habe Gabriel zugesagt, eine Untersuchung des Angriffs in Khan Sheikhoun zu ermöglichen.

Tillerson sagte mit Blick auf den US-Angriff, dass Washington weltweit Verbrechen gegen die Menschlichkeit ahnden wolle.

Stadtzentrum ist Sperrzone

Wegen des Treffens der Außenminister der sieben großen Industrienationen Italien, USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und Kanada gelten in Lucca am Montag und Dienstag höchste Sicherheitsvorkehrungen. Der Großteil des historischen Stadtzentrums wurde zur Sperrzone erklärt.