Verdächtiger Usbeke muss vor Haftrichter

10.04.2017 • 20:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dort, wo der Attentäter den Lkw ins Kaufhaus lenkte, steht jetzt ein mit Blumen geschmücktes Polizeifahrzeug.  Foto: afp
Dort, wo der Attentäter den Lkw ins Kaufhaus lenkte, steht jetzt ein mit Blumen geschmücktes Polizeifahrzeug.  Foto: afp

Trauerfeiern und Debatte um Abschiebepraxis in Schweden.

stockholm. (VN) Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den festgenommenen Usbeken beantragt. Am Dienstag soll der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden. Der 39-jährige Mann soll am Freitag in Schwedens Hauptstadt einen Lastwagen in der Einkaufsstraße Drottninggatan zunächst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus gesteuert haben. Bei dem Anschlag wurden vier Menschen getötet und 15 verletzt. Den Angaben der Ermittler zufolge hegt der 39-jährige Usbeke Sympathien für die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) und andere radikalislamische Gruppierungen. Laut Medien kam er als illegaler Gastarbeiter aus Usbekistan nach Schweden, wo er vorwiegend auf Baustellen gearbeitet hat. Er war vor seiner drohenden Abschiebung aus Schweden untergetaucht, nachdem ihm 2016 das Aufenthaltsrecht verwehrt worden war. Dieser Umstand hat in Schweden nun eine Diskussion um die Durchsetzung von Abschiebungen ausgelöst. Zuvor hatte Schwedens Regierungschef Stefan Löfven eine konsequentere Abschiebepraxis eingefordert. Nach Angaben der schwedischen Grenzpolizei sind rund 12.000 Menschen nach abgelehnten Anträgen in Schweden nicht auffindbar.

Unterdessen hat Löfven bei einer Trauerfeier für die Opfer des Anschlags in Stockholm den internationalen Zusammenhalt gegen den Terror beschworen. „Wir werden uns dem Terror nie ergeben. Wir werden das gemeinsam durchstehen“, sagte Löfven am Montag in Richtung Belgien und Großbritannien. Unter den Todesopfern waren eine Belgierin und ein Brite.

Der Terror-Anschlag in Stockholm war nach jenen in London und St. Petersburg der dritte in Europa innerhalb von drei Wochen.