Festgenommener Usbeke gesteht den Terroranschlag in Stockholm

11.04.2017 • 20:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Trauernde gedenken in Stockholm def Todesopfer. Foto: AFP
Trauernde gedenken in Stockholm def Todesopfer. Foto: AFP

U-Haft gegen 39-Jährigen verhängt. Kein Haftbefehl gegen zweiten Verdächtigen.

stockholm. (VN) Nach dem Lkw-Attentat in Stockholm kommt der festgenommene Usbeke in Untersuchungshaft. Der 39-Jährige hat die Tat am Dienstag vor dem Haftrichter gestanden. Ihm werden Terrorismus und Mord geworfen. Die Ermittler äußerten sich zunächst nicht zum Motiv des Mannes. Bis zum 11. Mai muss Anklage gegen ihn erhoben werden, teilte das zuständige Gericht in Stockholm mit. Der Usbeke war am Freitag mit einem gekaperten Lastwagen auf einer zentralen Einkaufsstraße in eine Menschenmenge und danach in ein Kaufhaus gerast. Ein Engländer, eine Belgierin und zwei Schwedinnen kamen ums Leben, 15 Menschen wurden verletzt.

Nach der Tat war der 39-Jährige zunächst geflüchtet. Die Ermittler kamen ihm unter anderem mit Hilfe von Überwachungskameras auf die Spur. Noch in der Nacht auf Samstag wurde er festgenommen. Medienberichten zufolge soll er sich bereits zu diesem Zeitpunkt zu dem Terrorakt bekannt haben. Gegen einen zweiten Tatverdächtigen, den die Polizei am Sonntag festgenommen hatte, will die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl beantragen. Der Verdacht gegen ihn habe sich abgeschwächt, hieß es in einer Mitteilung. Auf freien Fuß gesetzt wird der Mann jedoch nicht. „Er wird sofort in Gewahrsam genommen, weil es einen früheren Beschluss gibt, dass er ausgewiesen werden soll.“ Auch der 39-jährige Usbeke, angeblich ein vierfacher Familienvater und früher in der Baubranche beschäftigt, hätte Schweden verlassen sollen, nachdem sein Antrag auf Aufenthaltsrecht 2016 abgelehnt worden war. Er tauchte aber unter und war für die Polizei nicht auffindbar. Nach Angaben der schwedischen Sicherheitspolizei sympathisierte der Mann mit extremistischen Organisationen wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).