50.000 Haushalte im Land nicht versorgt

14.04.2017 • 20:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Breitbandatlas gibt Auskunft über die Versorgung im Land.
Der Breitbandatlas gibt Auskunft über die Versorgung im Land.

Bund und Land treiben Breitbandausbau voran. Überall schnelles Internet bis 2020.

Wien. Das Wort „Buffering“ ist der Horror eines jeden Serienjunkies. Es steht für „Zwischenspeichern“ und taucht dann auf, wenn die Internetleitung zu langsam ist, um das Video schneller zu laden als es in Echtzeit abgespielt wird. Doch nicht nur Serienjunkies leiden unter dem Schicksal einer miserablen Verbindung. Insgesamt gelten in Vorarlberg 50.000 Haushalte als unversorgt. Nach der Definition des Verkehrsministeriums verfügen sie über einen Internetanschluss, dessen Geschwindigkeit unter 30 Megabit liegt. Das trifft zum Beispiel auf Hohenweiler zu. Wie der Breitbandatlas des Infrastrukturressorts zeigt können die dortigen Bewohner auf maximal zehn Megabit zurückgreifen.

Breitband nur mit Förderung

Im Jahr 2020 soll alles anders sein. Bis dahin will Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) den Breitbandanschluss salonfähig machen und flächendeckend eingeführt haben. Eine Verbindung unter 100 Mbit werde es dann nicht mehr geben. Die Breitbandmilliarde soll dazu beitragen. Allerdings müsse bei der Förderung zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten unterschieden werden, wie der zuständige Landesrat Karlheinz Rüdisser in einer Anfragebeantwortung erklärt: „In Ballungsräumen findet der Ausbau permanent und durch den Markt getrieben statt. Nicht so in ländlichen Gebieten, wo die Investitionskosten hoch und die zu erwartenden Einnahmen auf Grund der nicht so dichten Besiedlung niedriger sind. Ohne finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand würde hier kein Ausbau stattfinden.“ Von dieser Unterstützung profitieren in Vorarlberg bereits 21.900 Wohnsitze, wie es im Verkehrsministerium heißt. 4,25 Millionen Euro umfasst derzeit das zugesagte Fördervolumen des Bundes für den Breitbandausbau. Zum einen werden damit Gemeinden bei der Leerrohrverlegung unterstützt. Schließlich müssen in den kommenden 20 Jahren alle Kupfer- durch Glasfasernetze ersetzt werden, meint Alfred Ruzicka vom Breitbandbüro. Bürgermeister sollten dies bei geplanten Bauvorhaben berücksichtigen und Kommunen daher entsprechend gefördert werden. Mit dem zweiten Programm gibt es Zuschüsse für Telekombetreiber, die bestehende Netze verdichten. Ebenso sollen mit Hilfe der Breitbandmilliarde Netze und Funkmasten ans Glasfasernetz angebunden werden.

66,3 Millionen Euro Bundesförderung wurden bereits in ganz Österreich für die Leerrohrverlegung zugesagt. 140 Millionen der Breitbandmilliarde sind in diesem Jahr für die anderen beiden Programme geplant. Hinzu kommen jene 200 Millionen Euro, die das Breitbandbüro schon 2016 zur Unterstützung vergeben hat. Bis 2020 sollen jährlich weitere rund 200 Millionen Euro in den Ausbau fließen, erklärt Ruzicka.

Vorarlberg bei Top Drei

Vorarlberg gehört laut Ruzicka zu den besten drei Bundesländern, was den Anteil der unversorgten an der Gesamtbevölkerung betrifft. Ein Vorteil sei die dichte Besiedlung im Rheintal, meint Landesrat Rüdisser. Daher werde man noch 2017 das Ziel erreichen, alle Haushalte und Betriebe mit Verbindungen von mindestens 30 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Die Vorarlberger Kabelnetzbetreiber und die Telekom Austria würden bis Ende des Jahres (inklusive 2016) rund 38 Millionen Euro in den Breitbandausbau investiert haben; mit dem nächsten Ziel, das Land bis 2020 flächendeckend auf 100 Megabit auszubauen, damit die Vokabel „Buffering“ wieder für alle zum Fremdwort wird.

In den kommenden 15 bis 20 Jahren müssen alle Kupfer- durch Glasfasernetze ersetzt werden, meint Alfred Ruzicka vom Breitbandbüro.  Foto: RTS
In den kommenden 15 bis 20 Jahren müssen alle Kupfer- durch Glasfasernetze ersetzt werden, meint Alfred Ruzicka vom Breitbandbüro.  Foto: RTS

Fakten

Bis 2020 soll es in Vorarlberg flächendeckend eine Verbindung von mindestens 100 Megabit pro Sekunde geben. Bereits 21.900 Wohnsitze wurden neu versorgt und Förderungen von 4,25 Millionen Euro aus der Breitbandmilliarde zugesagt. Noch gibt es 50.000 unversorgte Wohnsitze. Der Fortschritt der Breitbandoffensive in Vorarlberg liegt bei 44 Prozent. 

 

Rheintal-Bodenseegebiet

Unversorgte Wohnsitze: 27.200

Zugesagte Förderung: 1,65 Mill. Euro

Neuversorgte Wohnsitze: 7700

 

Bludenz-Bregenzerwald

Unversorgte Wohnsitze: 22.800

Zugesagte Förderung: 2,6 Mill. Euro

Neuversorgte Wohnsitze: 14.200