Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur

19.04.2017 • 20:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Derzeit mangle es an einer gemeinsamen Strategie, meint die Vorsitzende der deutschen AfD.  Foto: reuters
Derzeit mangle es an einer gemeinsamen Strategie, meint die Vorsitzende der deutschen AfD.  Foto: reuters

AfD-Chefin beklagt Streitigkeiten innerhalb der Partei.

berlin. Frauke Petry wird nicht Spitzenkandidatin der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) bei der deutschen Bundestagswahl. Die Parteivorsitzende erklärte in einer am Mittwoch verbreiteten Videobotschaft, dass sie weder für eine alleinige Spitzenkandidatur noch für eine Beteiligung in einem Spitzenteam zur Verfügung stehe. Zur Begründung sagte sie, es sei ihr wichtig, dass ihre Partei drängende Sachfragen unabhängig von Personalfragen diskutiere.

Petry beklagte, die AfD leide seit Herbst 2015 darunter, dass es keine gemeinsame Strategie gebe. „So ist das Außenbild der AfD immer wieder durch die unabgestimmte – also für die Parteiführung völlig überraschende – maximale Provokation weniger Repräsentanten geprägt.“ Dies habe einen Teil der bürgerlichen Wähler verschreckt und dazu geführt, dass das Wählerpotenzial der AfD zuletzt deutlich geschrumpft sei. Während dieses im Herbst 2015 bei bis zu 30 Prozent gelegen habe, liege es aktuell bei 14 Prozent.

Petry hatte vor zwei Wochen einen „Sachantrag zur politischen Ausrichtung der AfD“ formuliert, den sie auf dem Bundesparteitag am Wochenende in Köln zur Abstimmung stellen will. Darin wirbt sie für den „realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei“, die in den kommenden Jahren in der Lage sein sollte, koalitionsfähig zu sein. Auf dem Parteitag soll auch die Frage der Spitzenkandidatur entschieden werden. Dass Petry gleichzeitig eine Abkehr von der „fundamentaloppositionellen Strategie“ fordert und in diesem Zusammenhang Parteivize Alexander Gauland erwähnt hat, haben ihr einige Vertreter des rechtsnationalen Flügels übel genommen.