Terroralarm: Schießerei im Zentrum von Paris

20.04.2017 • 21:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Polizisten sichern den Tatort. Die Champs-Elysées wurden komplett gesperrt.  Foto: reuters
Polizisten sichern den Tatort. Die Champs-Elysées wurden komplett gesperrt.  Foto: reuters

Zwei Polizisten starben nach Angriff auf Champs-Elysées. Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

paris. In Paris hat es unmittelbar vor der französischen Präsidentschaftswahl einen tödlichen Angriff auf Polizisten gegeben. Auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées kam es am Donnerstagabend zu einer Schießerei, bei der mindestens zwei Beamte getötet wurden. Der Angreifer wurde Polizeiangaben zufolge „neutralisiert“. Die Antiterror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Razzia im Gange

Der Angreifer hatte aus einem Auto das Feuer auf ein Polizeiauto eröffnet, das neben seinem auf der Straße stehen geblieben war, berichtete ein Sprecher des Innenministeriums. Ein Polizist sei dabei getötet worden. Der Mann habe dann versucht, zu Fuß zu fliehen und habe dabei zwei Polizisten durch Schüsse verletzt. Einer dieser Polizisten erlag später seinen schweren Verletzungen, wie es am späten Abend aus Polizeikreisen hieß. Demnach war in der Wohnung des getöteten Angreifers im Osten der französischen Hauptstadt eine Polizeidurchsuchung im Gange. Der Mann sei den Sicherheitsdiensten bekannt gewesen.

Der Ministeriumssprecher sagte, es sei noch zu früh, um etwas über das Motiv der Tat zu sagen. Während ein Insider sagte, ein Terroranschlag sei wahrscheinlich, sagten drei andere, es könne sich um einen versuchten Raub handeln. Kurze Zeit nach der Tat kam es in der Nähe der Champs-Elysées zu einer weiteren Schießerei, wie aus Polizeikreisen verlautete. Darüber war kurz vor Redaktionsschluss nichts Näheres bekannt.

Die Zeitung „Le Figaro“ berichtete, es habe einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das war aber noch nicht offiziell bestätigt. Die Polizei rief dazu auf, den Bereich zu meiden. In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Champs-Elysées komplett gesperrt wurden. Zahlreiche Polizisten waren an Ort und Stelle. Premierminister Bernard Cazeneuve beriet im Elysée-Palast mit Präsident François Hollande über die Lage.

US-Präsident Donald Trump sprach sein Beileid aus. „Es sieht nach einem weiteren Terroranschlag aus“, sagte Trump am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni in Washington. Trump sprach weiter von einem „schrecklichen Vorfall“ und fügte hinzu: „Wir müssen stark und wachsam sein.“ Auch Gentiloni kondolierte dem französischen Volk. Die Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt Francois Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt. Innenminister Matthias Fekl hatte bereits angekündigt, dass die erste Runde der Präsidentenwahl an diesem Sonntag von 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden soll. Die entscheidende Stichwahl ist für den 7. Mai geplant.