SPÖ und FPÖ gleichauf

Politik / 21.04.2017 • 22:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nationalratswahl: Umfrage prophezeit knappes Rennen. Kurz in Kanzlerfrage vorne.

Wien. Wenn sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) medienwirksam als Pizzabote inszeniert, liegt Wahlkampf in der Luft. Seit Monaten halten sich die Neuwahlgerüchte hartnäckig. Bereits Ende des Jahres sei es mit der Koalition „Spitz auf Knopf gestanden“, gab SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler vor einigen Wochen zu. Kern habe mit seinem Ultimatum an die ÖVP nicht geblufft. Ergebnis war das aktualisierte Regierungsprogramm. Die darin genannten Vorhaben reichen allesamt nicht über das Jahr 2017 hinaus. Im Hintergrund wird zudem gemunkelt, dass es den Neuwahltermin bereits gebe. Vor allem die FPÖ ist davon überzeugt. Die ÖVP selbst hat sich weiterhin mit einer Obmanndebatte zu beschäftigen. Inoffiziell steht Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz längst als Spitzenkandidat fest.

Das wäre der ÖVP auch anzuraten, wie der von den Oberösterreichischen Nachrichten in Auftrag gegebene Politikbarometer von Spectra zeigt. Könnten die Befragten den Kanzler direkt wählen, erhielte der aktuelle ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner derzeit acht Prozent, Kern 28 und Strache 23. Einen Kanzler Sebastian Kurz wünschen sich hingegen 32 Prozent der Österreicher, wofür Kern (19 Prozent) und Strache (18 Prozent) deutliche Einbußen hinnehmen müssten. Bei den Parteien selbst ist die Wählerpräferenz noch anders gewichtet. Wäre am Sonntag Nationalratswahl, würden 30 Prozent für die FPÖ und 28 für die SPÖ stimmen, die ÖVP könnte derzeit mit 21 Prozent rechnen und die Grünen mit zwölf. Die Neos müssten mit ihren vier Prozent um den Wiedereinzug in den Nationalrat zittern. Die Schwankungsbreite der Umfrage liegt bei 3,5 Prozent.

Klar ist jedenfalls, dass die Performance der Regierungsparteien auf wenig Gegenliebe stößt. Nur 15 Prozent meinen, dass SPÖ und ÖVP eine gute Arbeit leisten. 68 Prozent beurteilen die Performance der Regierung negativ.

Das Vertrauen in die Politik ist generell angeschlagen. Mehr Befragte haben von allen Parteien eine „weniger gute Meinung“ als eine „gute Meinung“. Werden die Minus- und Pluspunkte der beiden Kategorien gegenübergestellt, schneidet die SPÖ mit minus 14 Punkten noch am besten ab, dahinter liegen die FPÖ mit minus 19, die ÖVP mit minus 24, die Grünen mit minus 35 und die Neos mit minus 40 Punkten.