Gerold Riedmann

Kommentar

Gerold Riedmann

Neustart nötig

23.04.2017 • 21:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die nun folgenden Mechanismen im französischen Stichwahl-Duell der ‚Présidentielle’ sind uns von der österreichischen Präsidentschaftswahl frisch im Gedächtnis. Auch weil zuvor die ehemaligen Großparteien fulminant mit ihren Kandidaten gescheitert sind, heißt es nun: alle gegen die rechte Europagegnerin Marine Le Pen.

Allein darin manifestiert sich der Mangel an Vielfalt: Wer sich (zurecht) von den Altparteien abwendet und einen Neuanfang fordert, hat meist nur eine einzige Wahl, wenn extreme Positionen nicht in Frage kommen.

So heißt es: Schwarz gegen Weiß. Wut gegen Zuversicht. Dabei haben die Wähler mehr Auswahl verdient.

Emmanuel Macron ist mit seinen 39 Jahren ein Politjungstar. Er dürfte den zweiten Wahlgang einfach gewinnen. Nach dem Einzug in den Élyséepalast fangen die Probleme aber erst an: Erhält er bei den nachfolgenden Parlamentswahlen eine Mehrheit und kann regieren? Findet er Lösungen für Frankreichs Probleme mit der Zuwanderung, der Integration, der Arbeitslosigkeit, der Wirtschaft – für das Terrorproblem?

Macron ist alternativlos. Eine klare Stichwahl kann sein Befreiungsschlag werden. Ein Befreiungsschlag für einen Neustart Frankreichs.

gerold.riedmann@vn.at,
Twitter: @geroldriedmann, Tel. 05572/501-320