OSZE-Beobachter durch eine Landmine getötet

23.04.2017 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Als OSZE-Präsident besuchte Sebastian Kurz einmal die OSZE-Beobachter in der Ostukraine. Auf dem Schild wird vor Minen gewarnt.  Foto: apa
Als OSZE-Präsident besuchte Sebastian Kurz einmal die OSZE-Beobachter in der Ostukraine. Auf dem Schild wird vor Minen gewarnt. Foto: apa

Vorfall passierte im Separatistengebiet. Kurz fordert Untersuchung.

Kiew, Moskau. (VN) „Tragische Nachrichten aus der Ukraine“, schrieb der OSZE-Vorsitzende, Außenminister Sebastian Kurz, im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Der Tod eines Kollegen ist ein Schock für die ganze OSZE.“ Ein OSZE-Patrouillenmitglied sei getötet und ein weiteres verletzt worden. Die OSZE-Mission in der Ukraine erklärte später, zwei ihrer Mitarbeiter seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Getötete sei laut Kurz ein US-Amerikaner, ein Deutscher wurde verletzt. Zu Tode kam der Beobachter nach OSZE-Angaben nahe der Ortschaft Prischib bei der Separatistenhochburg Luhansk, als ein Wagen der Mission auf eine Mine auffuhr. Nach Angaben der Rebellen-Polizei waren zwei OSZE-Fahrzeuge auf Patrouille. Eines davon sei über eine Panzermine gefahren. Laut einem OSZE-Vertreter in Kiew war die Explosion so stark, dass sie durch das gepanzerte Fahrzeug dringen konnte.

Die Rebellen erklärten auf ihrer Website, das OSZE-Team sei von der Hauptstraße abgefahren und auf einer kleineren Straße unterwegs gewesen. Dies sei laut dem Mandat der Beobachtermission verboten. „Wir haben die OSZE-Mission wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen befolgen soll.“

Poroschenko verurteilt Vorfall

Die Rebellen machten die ukrainische Armee für den Vorfall verantwortlich. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verurteilte den Vorfall und forderte: „Die Sicherheit und Handlungsfreiheit der Beobachter muss garantiert sein.“ Er wies Ukraines Außenminister Pawlo Klimkin an, sich bei der Untersuchung des Falls mit der OSZE abzustimmen.

Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte gab es während des Vorfalls keine Kämpfe in der Region. Beide Seiten hielten sich an den am 1. April in Kraft getretenen Waffenstillstand.

Kurz forderte „volle Aufklärung“ über den Vorfall. Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Christine Muttonen (SPÖ), die ebenfalls von einem „Schock für uns alle“ sprach.

Im umkämpften Osten der Ukraine sind rund 600 OSZE-Beobachter im Einsatz, darunter 13 Österreicher.