Pressefreiheit weltweit in Gefahr

25.04.2017 • 20:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rangliste von Reporter ohne Grenzen zeichnet düsteres Bild.

wien. Die Bedingungen für freie Berichterstattung haben sich weiter verschlechtert. In nur mehr 49 Ländern der Welt ist die Situation für Medien nach Einschätzungen der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) gut oder zufriedenstellend. „Attacken auf freie Medien sind alltäglich geworden und autoritäre Figuren sind auf dem Vormarsch“, bilanzierte Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich. Am deutlichsten abgestürzt in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit ist die Türkei, die in den vergangenen zwölf Jahren um 56 Plätze nach unten gerutscht ist und nun nur mehr auf Platz 155 von 180 liegt.

In dem heute veröffentlichten Ranking zeigt sich eine Fortsetzung des negativen Trends der letzten Jahre. In fast zwei Dritteln der untersuchten Länder verschlechterte sich die Situation. Dabei seien auch in traditionellen Demokratien Propaganda und Unterdrückung von Freiheitsrechten zu beklagen, warnt die Organisation mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. Eine „gute Lage“ wird nur 16 Ländern attestiert. Auf den vorderen Plätzen liegen Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und die Niederlande. Österreich konnte im diesjährigen Ranking seinen elften Platz halten. ROG warnt hierzulande aber vor der Verschärfung des Demonstrationsrechts.

Zu den Schlusslichtern sind mit Burundi, Ägypten und Bahrain drei Länder hinzu- gekommen. Nun gibt es 21 Länder, in denen die Lage als „sehr ernst“ eingestuft wird. Auch die Zahl jener Staaten, in denen eine „schwierige Lage“ herrscht, hat zugenommen. 51 Länder zählen dazu. ROG beurteilt für seine jährliche Rangliste in 180 Staaten Medienvielfalt, Medienunabhängigkeit, Transparenz, Selbstzensur, den gesetzlichen Rahmen und die Sicherheit von Journalisten.