Wirbel um Van der Bellens „Kopftuch aus Solidarität“

26.04.2017 • 20:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

FPÖ wirft dem Präsidenten integrationspolitischen Amoklauf vor.

Wien. (VN-ebi) Drei Monate ist Alexander Van der Bellen nun Bundespräsident. Und lange war es ruhig um ihn. Bis die ORF-Sendung Report am Dienstagabend eine Aussage des Staatschefs ausstrahlte, die er im März bei einer Diskussionsveranstaltung mit Schülern tätigte. Dabei erklärte er, dass es das Recht der Frau sei, „sich zu kleiden, wie auch immer sie möchte“. Angesichts der umgreifenden Islamophobie könne er sich vorstellen, dass „noch der Tag kommen wird, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“ Damit war Van der Bellen die Aufregung in den sozialen Netzwerken sicher. Er sei nicht der Präsident für alle, schrieben die einen. Nun zeige er sein wahres Gesicht, die anderen. Die FPÖ warf ihm einen „integrationspolitischen Amoklauf“ vor. Die Freiheitlichen Frauen in Vorarlberg schrieben, dass „seine Wahl im Dezember ein Fehler war“.

Van der Bellens Team erklärte nun auf Facebook, dass der Staatschef lediglich versucht habe, der Stigmatisierung von Kopftuch tragenden Frauen entgegenzuwirken. Er selbst stellte am Mittwoch klar, dass er kein großer Freund des Kopftuchs sei. „Aber es gibt in Österreich Meinungsfreiheit und eine Art Bekleidungsfreiheit.“ Rückendeckung erhielt Van der Bellen vom grünen Mandatar Harald Walser. In bestimmten Berufen müsse eine religionsneutrale Haltung durch die Kleidung zum Ausdruck kommen. Allerdings dürfe keiner Frau vorgeschrieben werden, was sie privat zu tragen habe. „Ich finde es wohltuend, dass der Bundespräsident hier differenziert urteilt und nicht in den populistischen Duktus verfällt“, sagte Walser den VN.