Negative Reaktionen zur Bildungsreform

27.04.2017 • 20:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Größere Klassen und Strukturreform statt Autonomie befürchtet.

wIen. Das Bildungsreformgesetz bringe den Schulen nicht mehr Autonomie. Stattdessen handle es sich um ein Struktur- und Verwaltungspaket, das die Situation der Schüler und Lehrer nicht verbessern wird, sind sich Lehrergewerkschafter, Direktoren und Schüler in ihren Stellungnahmen zum Begutachtungsentwurf einig. Mehr als 800 Kommentare und Verbesserungsvorschläge wurden bisher zu dem Gesetzespaket abgegeben, noch bis Ende April sind Stellungnahmen möglich. Allerdings hat Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) die Eckpunkte der Reform bereits im Vorhinein für „nicht verhandelbar“ erklärt.

Gerade einer der Eckpunkte – die Möglichkeit, bis zu acht Schulen unter einem Leiter zu sogenannten Clustern zusammenzufassen – stößt auf Kritik: Dass es an den einzelnen Schulen anstelle von Direktoren nur noch pädagogische Bereichsleiter geben soll, wird als Verlust der zentralen Ansprechperson vor Ort beklagt. Auch gibt es Befürchtungen, dass die Flexibilisierung der Gruppengrößen zu größeren Klassen führen wird. Mehrere Lehrervertretungen haben außerdem Sorge, dass sie wegen der Möglichkeit, von den 50-minütigen Unterrichtseinheiten abzugehen, mehr unterrichten müssen. 

Schüler mahnen Eltern

Kritik am Vorgehen der Elternvertreter kam unterdessen von Bundesschulsprecher Harald Zierfuß von der VP-nahen Schülerunion. Es sei eine „Verhöhnung“, zu behaupten, dass alle Schulpartner gegen das Autonomiepaket im Gesamten seien. Die Bundesschülervertretung habe in ihrer Stellungnahme nicht nur negative Aussagen zum Paket getroffen.