Klima-Flucht nimmt zu

Politik / 13.06.2017 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Barschdorf-Hager war auf Einladung der Grünen in Bregenz. Ram
Barschdorf-Hager war auf Einladung der Grünen in Bregenz. Ram

NGO warnt: Zahl der Klimaflüchtlinge könnte bis 2050 auf 250 Millionen ansteigen.

bregenz. (VN-ram) Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Flucht wird derzeit kaum thematisiert, sagt die Geschäftsführerin von Care Österreich, Andrea Barschdorf-Hager. Dabei sprechen jüngste Zahlen eine alarmierende Sprache. Gemäß einer Studie von Care International haben im Jahr 2015 rund 15 Millionen Menschen in 113 Ländern wegen Wetterkatastrophen ihr Zuhause verloren. Das sind fast doppelt so viele wie durch kriegerische Auseinandersetzungen und Konflikte.

Barschdorf-Hager, die auf Einladung der Vorarlberger Grünen zu Besuch in Bregenz war, warnte im Vorfeld des bevorstehenden Weltflüchtlingstags am 20. Juni: „Die Anzahl der Klimaflüchtlinge droht bis 2050 auf bis zu 250 Millionen Menschen anzusteigen.“ Gerade die Ärmsten, etwa in vielen afrikanischen Ländern und Regionen Südasiens, die selbst am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, hätten am meisten mit den Folgen zu kämpfen.

Die NGO drängt darauf, politische Anstrengungen und finanzielle Mittel massiv zu erhöhen. Dabei sei es essenziell, in die Anpassung der vom Klimawandel verursachten Schäden zu investieren, sagt Barschdorf-Hager. Die Lebensbedingungen vor Ort sollten über eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit verbessert werden, auch fordert die Care Österreich-Chefin faire Handelsbedingungen mit Ländern des Südens. „Der Kampf gegen den Klimawandel muss global angegangen werden.“

Vorarlbergs Grünen-Klubobmann Adi Gross übt in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der österreichischen Bundesregierung. „Was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft, sind wir am Stand von 1990.“ Aber auch die Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit von Österreich, die bei 0,41 Prozent des Bruttonationaleinkommens liegen, hält Gross für beschämend. „Obwohl wir zu den reichsten Ländern der EU zählen, liegt das vereinbarte 0,7-Prozent-Ziel in weiter Ferne.“

Care-Studie.
PDF zum Download: http://VN.AT/subTM0