Auto mit Sprengstoff rammt Polizeibus

Politik / 19.06.2017 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Forensiker untersuchen das Fahrzeug des Täters. Innenminister Collomb sprach von einem „versuchten Anschlag“. Foto: reuters
Forensiker untersuchen das Fahrzeug des Täters. Innenminister Collomb sprach von einem „versuchten Anschlag“. Foto: reuters

Mutmaßlicher Angreifer tot. Mann war als radikaler Islamist bekannt.

paris. Nach einer Autoattacke auf einen Kleinbus der Gendarmerie im Herzen von Paris haben die Behörden Ermittlungen wegen Terrorverdachts aufgenommen. Ein Mann hatte am Montag auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées mit seinem Wagen den Bus gerammt, sein Auto ging danach in Flammen auf. Der mutmaßliche Angreifer sei tot, berichtete Innenminister Gérard Collomb. Weder Sicherheitskräfte noch Passanten wurden verletzt.

Der 31-Jährige war den Behörden als radikaler Islamist bekannt. Der 31-Jährige sei seit 2015 aktenkundig gewesen, verlautete am Montag aus übereinstimmenden Quellen. Seine Familie gehörte demnach der Salafisten-Szene an. Collomb sprach von einem “versuchten Anschlag”. In dem Auto seien Waffen und Explosivstoffe gefunden worden. Nach Medienberichten hatte der Mann mindestens eine Gasflasche, ein Kalaschnikow-Gewehr sowie Faustfeuerwaffen in dem Fahrzeug dabei.

In Frankreich häufen sich die Attacken auf Sicherheitskräfte. Erst im April hatte ein 39 Jahre alter Gewalttäter auf den Champs-Élysées Polizisten angegriffen und den Beamten Xavier Jugelé getötet. Anfang des Monats war ein radikalisierter 40-Jähriger vor der Kathedrale Notre-Dame mit einem Hammer auf Polizisten losgegangen. Collomb sagte mit Blick auf den neuen Angriff auf den Champs-Élysées, der Angriff habe den Sicherheitskräften gegolten. Das Maß der Bedrohung im Land sei “extrem hoch”. Frankreich wird seit zweieinhalb Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert. Fast 240 Menschen kamen ums Leben.