Neue Anlaufstelle neben Hausärzten

Politik / 28.06.2017 • 22:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Primärversorgung bringe allen was, sagt Rendi-Wagner.  Foto: APA
Die Primärversorgung bringe allen was, sagt Rendi-Wagner.  Foto: APA

Nationalrat beschloss gesetzliche Basis für Primärversorgung.

Wien. Der Nationalrat hat den Startschuss für die Primärversorgungszentren im Gesundheitsbereich gegeben. Diese sollen Erstanlaufstellen in der Versorgung außerhalb der Spitäler sein. SPÖ und ÖVP stimmten am Mittwoch den dafür notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu.

Die Primärversorgungszentren – bis 2021 will man österreichweit 77 zusammenbringen – sollen sich durch gute Erreichbarkeit, längere Öffnungszeiten und umfassende Leistungen auszeichnen. Als Anschubfinanzierung sind 200 Millionen Euro reserviert. Personell werden die Einheiten aus einem Kernteam von Allgemeinmedizinern und Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe bestehen. Sie können in Form einer Gruppenpraxis, eines selbstständigen Ambulatoriums oder im Rahmen eines Netzwerks betrieben werden. Je nach Bedarf sollen auch Kinderärzte, Hebammen oder Psychologen eingebunden werden. Die rechtliche Grundlage bildet ein neuer, bundesweit einheitlicher und eigenständiger Primärversorgungs-Gesamtvertrag, der zwischen Hauptverband und Ärztekammer abzuschließen ist. 

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) sprach von einer „guten Lösung, die allen Menschen etwas bringen wird“, den Patienten, Ärzten und Vertretern anderer Gesundheitsberufe. Die FPÖ kritisierte, dass Hausärzte verdrängt würden. Die Grünen orteten die Erweiterung eines ärztelastigen Gesundheitssystems. Die Neos verlangten die Anstellung von Ärzten bei Ärzten.