Venezuelas Präsident glaubt an Putschversuch

Politik / 28.06.2017 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Maduro drohte mit einem „bewaffneten Kampf.“  Foto: reuters
Maduro drohte mit einem „bewaffneten Kampf.“ Foto: reuters

Hubschrauberattacke auf den Obersten Gerichtshof in Caracas.

caracas. Ein Granatenangriff in Venezuelas Hauptstadt Caracas hat die Angst vor einem Putschversuch gegen Präsident Nicolás Maduro geschürt. Maduro sagte am Dienstagabend (Ortszeit) im Staatsfernsehen, aus einem Helikopter seien zwei Granaten auf den Obersten Gerichtshof abgeworfen worden, von denen eine nicht explodierte. In der Nähe liegt der Präsidentenpalast. Maduro sprach von einem „terroristischen Putschversuch“. Angeblich wurde der Hubschrauber entführt und von Dissidenten zu der Attacke genutzt. „Das ist gegen die Tyrannei gerichtet“, erklärte der mutmaßliche Pilot, Oscar Pérez, in einem von Maduros Gegnern veröffentlichten Manifest. Wenige Stunden zuvor hatte der Staatschef mit einem bewaffneten Kampf zur Verteidigung seines sozialistischen Projekts gedroht. „Wenn Venezuela in Chaos und Gewalt gestürzt und die Bolivarische Revolution zerstört werden soll, werden wir in den Kampf ziehen“, sagte er.

Bei Unruhen und Protesten kamen seit Anfang April 77 Menschen ums Leben. Maduro plant für den 30. Juli eine Wahl zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung, mit der Verfassungsreform will er die dramatische politische und wirtschaftliche Krise bewältigen. Durch die Zusammensetzung der Versammlung mit einer Mehrheit für Sympathisanten der Sozialisten fürchtet die Opposition einen endgültigen Übergang in eine Diktatur.