USA wollen Nordkorea komplett isolieren

30.11.2017 • 21:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nordkoreaner verfolgen auf Bildschirmen in der Hauptstadt Pjöngjang die Verkündung des jüngsten Raketentests. AFP
Nordkoreaner verfolgen auf Bildschirmen in der Hauptstadt Pjöngjang die Verkündung des jüngsten Raketentests. AFP

Diplomatischer Druck soll nach Raketentest erhöht werden.

washington Als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Raketentest haben die USA alle Länder aufgefordert, ihre diplomatischen Beziehungen und alle Handelsbeziehungen mit dem Land abzubrechen. Die US-Botschafterin der Vereinten Nationen, Nikki Haley, warnte Nordkorea in einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates zudem, „im Falle eines Krieges“ drohe Pjöngjang die vollständige Zerstörung.

Berlin zieht Mitarbeiter ab

Deutschland will seine Gesprächskanäle vorerst aufrechterhalten. Gleichwohl werden die diplomatischen Beziehungen mit Nordkorea eingeschränkt, berichtete der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Gespräch mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson am Donnerstag. Ein Diplomat wird aus Pjöngjang abgezogen, Berlin hat zudem die nordkoreanische Seite dazu aufgefordert, ihrerseits einen Diplomaten zurückzubeordern. Den von den USA geforderten Abzug des Botschafters lehnt Deutschland aber weiter ab. „Natürlich sprechen wir mit unseren europäischen Kollegen auch darüber, ob es notwendig ist, den diplomatischen Druck noch weiter zu erhöhen“, betonte Gabriel. Österreich unterhält keine diplomatische Vertretung in Nordkorea, Pjöngjang hat aber eine Botschaft in Wien.

Russland zeigte sich ablehnend. Das Vorgehen sei geeignet, Nordkorea zu extremen Schritten zu provozieren, zitierten russische Nachrichtenagenturen Außenminister Sergej Lawrow. Allem Anschein nach solle alles daran gesetzt werden, um Machthaber Kim Jong-un zu einer „verzweifelten Tat“ zu bringen. Auch China reagierte zurückhaltend. Außenamtsprecher Geng Shuang sagte, eine Lösung des Konflikts müsse mit „Verhandlung und Dialog“ erreicht werden. Washington forderte zuvor von Peking, die Öllieferungen an das Nachbarland einzustellen. Diese hat China bereits im Oktober eingeschränkt, aber nicht komplett gestoppt. Der Raketentest Nordkoreas war der 19. in diesem Jahr. Im September hatte das Land zudem zum sechsten Mal einen Atomtest unternommen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Pjöngjang notfalls militärisch daran zu hindern, das US-Festland mit Atomwaffen zu bedrohen.