Ausnahmezustand auf den Malediven

Politik / 06.02.2018 • 21:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Anhänger der Opposition protestieren in der Hauptstadt Malé. AP
Anhänger der Opposition protestieren in der Hauptstadt Malé. AP

Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen in die Hauptstadt ab.

malé Die Regierung der Malediven hat im Machtkampf mit dem Obersten Gerichtshof hart durchgegriffen. Soldaten stürmten in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) das Gerichtsgebäude und nahmen zwei Richter fest, darunter den Chef des Gremiums, Abdullah Saeed. Auch der ehemalige langjährige Präsident Maumoon Abdul Gayoom wurde festgenommen. Sein Halbbruder, der aktuelle Regierungschef Abdulla Yameen Abdul Gayoom, hatte am Montag den Ausnahmezustand für 15 Tage ausgerufen und dies mit Unruhen begründet.

In der Hauptstadt Malé gab es in den vergangenen Tagen Demonstrationen von Anhängern der Opposition und Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften. Hintergrund war eine Anordnung des Obersten Gerichts, acht inhaftierte Oppositionspolitiker freizulassen und die Verfahren gegen sie sowie den Ex-Präsidenten Mohamed Nasheed wiederaufzunehmen. Zudem hatte das Gericht auf Wiedereinsetzung von zwölf Parlamentsabgeordneten entschieden.

Das Außenministerium riet auf seiner Homepage Malediven-Reisenden, sich über die aktuelle Lage zu informieren. Von nicht notwendigen Reisen in die Hauptstadt wird abgeraten.