Gerold Riedmann

Kommentar

Gerold Riedmann

Strache geißelt, Wolf klagt

Politik / 13.02.2018 • 22:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein gefaktes Plakat mit Armin Wolf als Lügner – das fand der Vizekanzler so witzig, dass er es des Nachts um 0.26 Uhr auf sein Facebook-Profil stellte.

Fraglos: Im ORF darf alles und jeder kritisiert werden. Das wird auch nötig sein, denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sich neu erfinden (und der ORF machte kürzlich in der FPÖ-Berichterstattung Fehler).

Doch dass der Vizekanzler dieser Republik einen Journalisten, in diesem Fall Armin Wolf, so unqualifiziert desavouiert und frontal persönlich angreift, ist eine neue, nicht gekannte Qualität. Ein bemerkenswerter Tiefpunkt. In jüngster Zeit vorgeturnt hat das Donald Trump, der CNN-Korrespondenten Jim Acosta (“You are fake news!“) so zu Weltruhm verholfen hat.

Indem die FPÖ den Wolf geißelt, trifft sie nicht nur den prominentesten Journalisten des Landes, sondern zieht damit den Journalismus insgesamt in Misskredit.

Dass der Vizekanzler nicht klüger ist, als täglich eine neue Provokation zu spielen, lässt einen mehr als ratlos zurück: Ich bin erschüttert, dass das die neue politische Kultur sein soll. Das ist nicht mein Österreich, Herr Strache.

Gerold Riedmann

gerold.riedmann@vn.at

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Twitter: @gerold_rie

Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.