Israel und Iran streiten auf offener Bühne

Politik / 18.02.2018 • 21:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Israels Regierungschef Netanjahu präsentierte ein Trümmerteil einer abgeschossenen Drohne, die aus dem Iran stammen soll. AP
Israels Regierungschef Netanjahu präsentierte ein Trümmerteil einer abgeschossenen Drohne, die aus dem Iran stammen soll. AP

Sicherheitskonferenz: Warnungen vor Eskalation in Nahost.

münchen Rufe nach mehr Europa und die Angst vor neuen bewaffneten Konflikten haben die Münchner Sicherheitskonferenz dominiert. Rund 500 Politiker und Experten berieten drei Tage lang über die Krisen der Welt. Zum Abschluss am Sonntag demonstrierten Israel und der Iran ihren Konfrontationskurs. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief dazu auf, sich Teheran entschlossen entgegenzustellen. Als Beweis für dessen aggressive Politik präsentierte er das Trümmerteil einer abgeschossenen Drohne, die aus dem Iran stammen soll. „Stellen Sie nicht Israels Entschlossenheit auf die Probe“, warnte Netanjahu und drohte mit einem Angriff, wenn die Sicherheit seines Landes dies erfordere. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf ihm Kriegstreiberei vor. Israel setze auf „Aggression als Politik seinen Nachbarn gegenüber“.

In den Tagen zuvor hatten viele europäische Politiker ihren Wunsch nach mehr militärischer Eigenständigkeit der EU betont – auch als Reaktion auf die Politik von US-Präsident Donald Trump. So trat etwa Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für eine stärkere Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein. Dabei müsse man aber auf die unterschiedlichen, auch rechtlichen Möglichkeiten der einzelnen EU-Staaten Bedacht nehmen, sagte Kurz. Österreich sei bereit, seinen Beitrag zu leisten.

US-Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster drohte dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad weitere Vergeltungsschläge für Chemiewaffeneinsätze an. Alle Staaten müssten die Assad-Regierung dafür verantwortlich machen. Russland gilt als Verbündeter des syrischen Machthabers. Außenminister Sergej Lawrow forderte EU, Nato und die USA zu einem respektvollen Umgang mit seinem Land auf. Es werde „Propaganda“ betrieben, der wachsende Einfluss Russlands werde nur negativ gesehen. Dabei wolle Moskau ein verlässlicher Partner sein.