Syrische Enklave unter Dauerbeschuss

22.02.2018 • 21:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In Afrin führt die
türkische Armee
ihre Offensive fort.

goutha, afrin Das Leiden der Menschen in der syrischen Enklave Ost-Ghouta hat kein Ende. Seit Sonntag liegt das letzte größere von Rebellen kontrollierte Gebiet nahe Damaskus nahezu unter Dauerbeschuss. Über 300 Menschen wurden getötet und mehr als 1550 verletzt. In dem seit 2013 von Regierungstruppen eingeschlossenen Gebiet leben 400.000 Menschen, die hungern und wegen zerstörter Krankenhäuser kaum noch medizinisch versorgt werden können.

Am Donnerstag bombardierten nach Darstellung von Einwohnern und Rebellen russische Flugzeuge aus großer Höhe mehrere Ortschaften in der Enklave. In der Ortschaft Hasa seien ein Feldhospital und eine Bäckerei bombardiert worden. Auch SOS-Kinderdörfer melden, dass Mitarbeiter vor Ort unter Beschuss geraten seien. Die syrische Armee und Russland bestreiten, zivile Einrichtungen ins Visier zu nehmen.

In einer von Russland beantragten Sitzung des UN-Sicherheitsrates soll sich das Gremium über eine Feuerpause einigen. Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow macht diejenigen, die Terroristen unterstützten, verantwortlich für die Lage in Ost-Ghouta. Russland, Syrien und der Iran führten dagegen „einen totalen Krieg gegen Terroristen“.

Nach Angaben syrischer Menschenrechtler seien bei der türkischen Offensive gegen die YPG in der Region Afrin 112 Zivilisten getötet worden. In Ankara widersprach man dem: „Bei den Operationen der türkischen Streitkräfte gab es bis heute keinen einzigen Zivilisten in der Region, dem auch nur die Nase geblutet hat, geschweige denn, der ums Leben gekommen ist“, sagte Vizeministerpräsident Bekir Bozdag am Donnerstag. Die Türkei werde die Offensive fortsetzen, bis sie die Region von den Terrororganisationen und ihren Terroristen gesäubert hat.