Wieder Bomben auf Ost-Ghouta

Politik / 23.02.2018 • 21:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Trümmer einer Boden-Luftrakete bezeugen die Bombardements auf Ost-Ghouta. reuters
Trümmer einer Boden-Luftrakete bezeugen die Bombardements auf Ost-Ghouta. reuters

Ex-UN-Chefanklägerin kritisiert Türkei-Offensive in Syrien.

damaskus Eine neue Angriffswelle auf Ost-Ghouta forderte am Freitag wieder Todesopfer. Den sechsten Tag in Folge bombardierten Kampfflugzeuge die belagerte syrische Region östlich von Damaskus.

Seit Sonntagabend wurden mehr als 430 Zivilisten getötet, darunter fast 100 Kinder, meldete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Mehr als 2200 Menschen seien verletzt worden.

Jakob Kern vom Welternährungsprogramm (WFP) der UN forderte eindringlich eine Feuerpause für Ost-Ghuta, um die rund 400.000 dort eingeschlossenen Menschen mit dringend benötigten Lebensmitteln versorgen zu können. Solange weiter gekämpft werde, sei die Lieferung von Hilfsleistungen zu gefährlich.

Eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrats endete am Donnerstag ergebnislos. Russland lehnte den Entwurf einer UN-Resolution für eine 30-tägige Waffenruhe in Syrien ab und legte einen eigenen Resolutionsentwurf vor, der von anderen Diplomaten als inakzeptabel bezeichnet wurde. Der von Kuwait und Schweden vorgelegte erste Entwurf hatte zum Ziel, humanitäre Hilfslieferungen zu ermöglichen. So setzte der Sicherheitsrat für Freitag eine weitere Abstimmung über eine Resolution ohne die von Russland gewünschten Änderungen an. Diese schließen eine sofortige Waffenruhe aus. Dem jüngsten Text der schwedisch-kuwaitischen Vorlage zufolge soll die Waffenruhe 72 Stunden nach Annahme der Resolution beginnen.

Die türkische Offensive in der Region Afrin wird von der ehemaligen UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte kritisiert. „Mich überrascht, dass die Türkei in Syrien Krieg führt und niemand etwas dagegen unternimmt. Das ist skandalös“, sagte sie am Freitag. Ihre Rolle als Sonderermittlerin in einer Untersuchungskommission zu Kriegsverbrechen in Syrien hatte Del Ponte 2017 vorzeitig aufgegeben.