Gusenbauer dementiert Lobbying für Janukowitsch

Politik / 25.02.2018 • 21:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

wien, rom Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und EU-Kommissionspräsident Romano Prodi haben am Wochenende Vorwürfe dementiert, dass sie im Auftrag des früheren Trump-Wahlkampfleiters Paul Manafort verdeckt für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch lobbyiert hätten. Die Namen der beiden waren im Zusammenhang mit einer Anklageschrift von US-Sonderermittler Robert S. Mueller gegen Manafort aufgetaucht, einer zentralen Figur der angeblichen Russland-Connection von US-Präsident Donald Trump.

Manafort und dessen Geschäftspartner Rick Gates sollen 2012 und 2013 mehr als zwei Millionen Dollar (1,63 Millionen Euro) an einflussreiche europäische Politiker gezahlt haben, die nach Ende ihrer Amtszeit als Lobbyisten angeheuert wurden. Diese als „Hapsburg group“ bezeichneten Politiker hätten ihre verdeckte Lobbyarbeit auch in den USA zugunsten der pro-russischen Kiewer Regierung unter Janukowitsch leisten sollen. Leiter dieser Politikergruppe sei ein früherer europäischer „Chancellor“ (Kanzler) gewesen. Medienberichten zufolge soll es sich bei dieser Person um Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) handeln. Er bestritt gegenüber der APA, an verdecktem Lobbying für Janukowitsch in den USA beteiligt gewesen zu sein. Sein Interesse habe 2012 und 2013 lediglich darin bestanden, dass die Ukraine näher an Europa herangeführt werde, sagte der ehemalige Bundeskanzler.