Ministerliste mit Überraschungen

25.02.2018 • 21:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die künftigen CDU-Mitglieder der möglichen neuen Regierung: Obere Reihe, v.l.: Spahn, Widmann-Mauz und Von der Leyen; Mitte, v.l.: Klöckner, Merkel und Karliczek; Unten, v.l.: Braun, Grütters und Altmeier. dpa, bundestag.de
Die künftigen CDU-Mitglieder der möglichen neuen Regierung: Obere Reihe, v.l.: Spahn, Widmann-Mauz und Von der Leyen; Mitte, v.l.: Klöckner, Merkel und Karliczek; Unten, v.l.: Braun, Grütters und Altmeier. dpa, bundestag.de

Merkel möchte mit Spahn einen ihrer größten Kritiker in ihr Kabinett holen.

berlin Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will die Riege der CDU-Minister in ihrem Kabinett deutlich verjüngen und kommt damit Forderungen ihrer Kritiker weit entgegen. „Mit diesem Team kann man jetzt auch die Aufgaben der Zukunft angehen“, sagte die CDU-Chefin am Sonntag, nachdem sie ihre Minister in den Spitzengremien der Partei präsentiert hatte. Die SPD will ihre sechs Minister nach dem 4. März benennen, falls die Basis Ja zu einer Neuauflage der großen Koalition sagt. Bei der CSU ist die Bekanntgabe für den 5. März geplant, Parteichef Horst Seehofer ist als Innenminister bereits gesetzt. Das CDU-Kabinett im Überblick:

 

Jens Spahn (37) In den vergangenen Jahren hat er sich als Kritiker Merkels und als konservativer Politiker profiliert. Nach sechs Jahren als gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion und zweieinhalb Jahren als parlamentarischer Finanzstaatssekretär soll er nun Gesundheitsminister werden. Die Entscheidung gilt als Zeichen dafür, dass Merkel vor dem Parteitag am heutigen Montag ihren Widersachern entgegenkommen will. Die 1001 Delegierten sollen dem Koalitionsvertrag mit der SPD zustimmen.

 

Annette Widmann-Mauz (51) Die Baden-Württembergerin ist seit 2009 parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium und soll nun Staatsministerin für Integration im Kanzleramt werden. Von 1995 bis 2015 war Widmann-Mauz Vorsitzende der Frauen Union der CDU Baden-Württemberg, seit drei Jahren ist sie Bundesvorsitzende der Frauen Union. 

 

Ursula Von der Leyen (59) Die derzeitige Verteidigungsministerin ist weder bei Parteikollegen noch unter den Soldaten sehr beliebt. Dafür kann die Niedersächsin umso besser mit Kameras, hat einen Riecher für populäre Themen und gilt als Frau mit dem ausgeprägtesten Machtwillen in der CDU. Sie soll im Amt bleiben. Von der Leyen legte als politische Quereinsteigerin eine Blitzkarriere hin. Nach ihrer Zeit als Familien- und Arbeitsministerin ist sie seit 2013 die erste Verteidigungsministerin Deutschlands.

 

Julia Klöckner (45) Die rheinland-pfälzische Landes- und Fraktionschefin ist seit mehreren Jahren eine Hoffnungsträgerin der CDU. Sie ist seit 2012 stellvertretende Bundesvorsitzende und soll nun das Agrarressort übernehmen.

 

Anja Karliczek (46)  Quasi aus dem Hut gezaubert hat Merkel die neue Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek. Die Hotelmanagerin aus dem nordrhein-westfälischen Ibbenbüren solle sich vor allem um berufliche Bildung kümmern, heißt es.  Karliczek war bisher eine der fünf parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion.

 

Helge Braun (45) Braun war schon mehrfach als Krisenmanager im Hintergrund gefragt. In der vergangenen Wahlperiode war er als Staatsminister bei der Bundeskanzlerin zuständig für die Bund-Länder-Beziehungen und koordinierte für Merkel die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Nun soll er Kanzleramtsminister werden.

 

Monika Grütters (56) Die Kulturstaatsministerin hat schon vor der Wahl kein Hehl daraus gemacht, dass sie gern wieder in ihr Büro im Kanzleramt einziehen würde. Dort ist sie seit 2013 im Rang einer Staatssekretärin für Kultur und Medien zuständig. Seit gut einem Jahr steht sie zudem an der Spitze der Berliner CDU.

 

Peter Altmaier (59) Der bisherige Kanzleramtschef und geschäftsführende Finanzminister soll das Wirtschaftsressort übernehmen. Altmaier kann auf eine lange politische Erfahrung verweisen, er war auch schon parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, parlamentarischer Innenstaatssekretär und Umweltminister.