Bestürzung nach Journalistenmord

Politik / 26.02.2018 • 22:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In der Hauptstadt Bratislava wurde des ermordeten Journalisten gedacht. reuters
In der Hauptstadt Bratislava wurde des ermordeten Journalisten gedacht. reuters

Slowakischer Investigativ-Journalist und Verlobte erschossen.

Bratislava In der Slowakei sind ein investigativ arbeitender Journalist und seine Verlobte in ihrem Privathaus erschossen worden. Wahrscheinlichstes Motiv des Doppelmordes sei die Tätigkeit des Mannes gewesen, erklärte Polizeipräsident Tibor Gaspar am Montag in Bratislava. „Die Indizien weisen darauf hin, dass die Ermordung geplant war und nicht bei einer spontanen Auseinandersetzung erfolgte“, sagte Gaspar. Beide Opfer seien durch Schüsse in Kopf und Brust getötet worden.

Der 27-jährige Jan Kuciak hatte im Internetportal Aktuality.sk regelmäßig über Fälle von mutmaßlichem Steuerbetrug berichtet. In seinem Visier hatte er dabei vor allem prominente Unternehmer, die nach seinen Recherchen Geschäftsverbindungen zu den regierenden Sozialdemokraten ebenso wie zu Kreisen der organisierten Kriminalität unterhalten haben sollen.

„Attacke gegen Pressefreiheit“

Sollten sich die Vermutungen über einen Zusammenhang mit Recherchen des Journalisten bestätigen, gehe es um eine „beispiellose Attacke gegen Pressefreiheit und Demokratie der Slowakei“, erklärte Ministerpräsident Robert Fico.

Die Öffentlichkeit des Landes versetzte die Nachricht über den Mord in Schock. Menschen organisierten sich am Montag spontan, um in der Hauptstadt Bratislava Kerzen anzuzünden.