Netanjahu angeblich in weiteren Korruptionsfall verwickelt

27.02.2018 • 21:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zahlreiche Menschen demonstrierten Mitte Februar in Tel Aviv gegen Netanjahu, nachdem die Polizei eine Anklage wegen Korruption empfohlen hatte. AFP
Zahlreiche Menschen demonstrierten Mitte Februar in Tel Aviv gegen Netanjahu, nachdem die Polizei eine Anklage wegen Korruption empfohlen hatte. AFP

tel aviv Die israelische Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, in einen weiteren Korruptionsfall verwickelt zu sein. In dem Fall sei es darum gegangen, „eine Internetseite mit dem Ziel einer besseren Berichterstattung einzuspannen“, sagte Judith Tirosch vom Büro des Generalstaatsanwalts am Dienstag. Im Gegenzug dafür habe es rechtliche Begünstigungen durch das Kommunikationsministerium, den damaligen Kommunikationsminister Netanjahu und den Generaldirektor des Ministeriums gegeben. Schon in der vergangenen Woche hatten israelische Medien berichtet, dass Netanjahu und seine Vertrauten Israels größtem Telekommunikationsunternehmen Bezeq sowie dessen Nachrichtenseite „Walla“ wirtschaftliche Vorteile verschafft haben sollen. Im Gegenzug sollte es eine positive Berichterstattung geben. Der Premier wies alle Vorwürfe zurück. Nach gut einjährigen Ermittlungen hatte Israels Polizei bereits vor zwei Wochen eine Anklage wegen Korruption gegen Netanjahu empfohlen. Es seien ausreichend Beweise für Bestechlichkeit, Betrug und Untreue in zwei Fällen gesammelt worden.