Separatistenführer in Haft

Politik / 25.03.2018 • 22:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dem von der spanischen Justiz verfolgten katalanischen Separatistenführer Carles Puigdemont drohen in seiner Heimat bis zu 30 Jahre Haft.AFP
Dem von der spanischen Justiz verfolgten katalanischen Separatistenführer Carles Puigdemont drohen in seiner Heimat bis zu 30 Jahre Haft.AFP

Katalane Puigdemont wurde in Deutschland festgenommen.

Berlin Der von der spanischen Justiz verfolgte katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont ist in Deutschland festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei wurde der ehemalige Regionalpräsident am Sonntagmittag bei der Einreise aus Dänemark auf einer Autobahnraststätte an der A7 bei Schleswig gestoppt. Grundlage sei ein europäischer Haftbefehl, sagte ein Sprecher des Landespolizeiamts in Kiel. In Spanien wird gegen Puigdemont wegen des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober unter anderem wegen Rebellion ermittelt.

Die Justiz in Schleswig-Holstein prüft jetzt, ob Puigdemont in Auslieferungshaft genommen wird. Die Entscheidung des zuständigen Amtsgerichts falle vermutlich heute, Montag, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Ralph Döpper. Puigdemont wurde am Sonntagnachmittag in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht.

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte am Freitag ein Strafverfahren gegen Puigdemont und weitere zwölf Regionalpolitiker eröffnet. Gegen sieben Separatisten, die sich ins Ausland abgesetzt hatten, wurden neue Haftbefehle erlassen, darunter auch gegen Puigdemont. Ihnen drohen in der Heimat bis zu 30 Jahre Haft.

Nach dem von Madrid für illegal erklärten Unabhängigkeitsreferendum sowie einem Beschluss zur Abspaltung Kataloniens von Spanien war Puigdemont Ende Oktober 2017 von der spanischen Zentralregierung als Regionalpräsident abgesetzt worden. Unmittelbar nach seiner Amtsenthebung setzte sich Puigdemont nach Brüssel ab, um der spanischen Justiz zu entkommen.

Schon damals hatte Spanien einen europäischen Haftbefehl gegen Puigdemont beantragt. Aber noch während in Belgien die Anhörungen liefen, zog das Oberste Gericht in Spanien diesen Anfang Dezember überraschend zurück. In Belgien und anderen Ländern konnte er sich daher frei bewegen. Der neue Antrag folgte am Freitagabend.