Gerold Riedmann

Kommentar

Gerold Riedmann

Traueranzeige

07.05.2018 • 19:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wir trauern um die Opposition. Die SPÖ leckt noch immer ihre Wunden und mag sich mit der ungewohnten Rolle gar nicht anfreunden, bäh! Die Grünen haben sich selbst aus dem Nationalrat geworfen. Die Liste Pilz? Nein, eh klar. Und jetzt nimmt sich mit Matthias Strolz der aktuell beste Oppositionspolitiker aus dem Rennen. Ein Qualitätsmerkmal natürlich, das selbst zu tun. Aber eine Hiobsbotschaft für Neos – und für jene, die ihnen ihre Stimme geschenkt haben. 

Strolz zieht sich am pinken Höhepunkt aus der Politik zurück: erstmals ist Regierungsverantwortung (in Salzburg) zum Greifen nah, die Erfolge auf Landesebene werden sich auch im Bund bei nächster Gelegenheit bezahlt machen. 

Claudia Gamon, Gerald Loacker, Matthias Strolz selbst – so viel Vorarlberg ist in keiner anderen Partei. Wermutstropfen für die Neos-Politik zuhause in Vorarlberg ist: alle Vorarlberger, denen ein großes Polit-Talent zu attestieren ist, sind für Neos nicht hier auf Landesebene aktiv. Für die Bundespartei allerdings wird die Vorarlberg-Batterie nun umso wichtiger. 

Mit Strolz verliert der Polit-Betrieb einen beseelten, kraftvoll-kantigen Oppositionspolitiker, der auch für Neos nur schwer zu ersetzen ist. Wer Strolz‘ emotionale Vollblut-Rede zum Rauchverbot und die hämischen Zwischenrufe bezeugte, mag erahnen, dass das ein Moment der inneren Kündigung gewesen ist. 

Kurz und Strache dürfen sich freuen: Mit dem raschen Rückzug von Strolz sieht es in den kommenden Monaten noch weniger nach politischem Gegenwind aus.

Gerold Riedmann

gerold.riedmann@vn.at

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Twitter: @gerold_rie

Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.