Sechs Stiftungsräte wenden sich mit Fragen an Norbert Steger

11.05.2018 • 20:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien Der freiheitliche ORF-Stiftungsrat Norbert Steger hat Post von Kollegen bekommen. Sechs der neun Landesvertreter im obersten ORF-Aufsichtsgremium – darunter Alfred Geismayr aus Vorarlberg –  haben ihm postalisch eine Reihe von Fragen übermittelt. Der Anlass ist seine mögliche Wahl zum Vorsitzenden des Stiftungsrats.

Stegers Positionen abgefragt

„Die inhaltliche Beantwortung soll uns bei unserer Meinungsbildung unterstützen“, heißt es in dem Brief. Man wolle Stegers „generelle Haltung zu Funktion, Strategie und Struktur des ORF“ erkunden. Sie fragen nach seinem Amtsverständnis als Stiftungsratsvorsitzender und nach seinen Vorstellungen für die „strategische Ausrichtung des ORF“, auch in Hinblick auf die „Stärkung der Landesstudios“, sowie für die Finanzierungsbasis und für die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Angesichts von Stegers Aussagen wollen die Stiftungsratvertreter wissen, ob dieser richtig zitiert worden sei. Steger hatte in einem Interview Streichungen bei den ORF-Auslandskorrespondenten in den Raum gestellt, falls diese nicht korrekt berichten würden. Er meinte, die Beiträge zur Ungarn-Wahl seien zu Orban-kritisch gewesen. Danach sprach er von einem linken „Endkampf“ von ORF-Journalisten. Nun wird er gefragt: „Können wir verlässlich davon ausgehen, dass Sie sich medial so wie Ihre Vorgänger mit öffentlichkeitswirksamen Aussagen zurückhalten, die den unabhängigen ORF und dessen Stiftungsrat in ein parteipolitisches Licht rücken könnten?“ Auch wollen die sechs Bundesland-Räte wissen, ob Steger „transparente Besetzungen“ sicherstelle.