Messerattacke gilt als Terroranschlag

13.05.2018 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Staatsanwalt François Molins informiert über die Messerattacke. afp
Staatsanwalt François Molins informiert über die Messerattacke. afp

Der Terror kehrte nach Paris zurück. Angreifer ist tot.

paris Ein mutmaßlicher Islamist hat im Zentrum der französischen Hauptstadt einen Passanten getötet und vier weitere Menschen verletzt. Der aus Tschetschenien stammende und mit einem Messer bewaffnete Angreifer wurde von der Polizei erschossen. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich habe erneut „den Preis des Blutes“ bezahlt, werde aber vor den „Feinden der Freiheit“ keinen Zoll zurückweichen.

Der Mann schlug in einem beliebten Theater- und Ausgehviertel zu. Eine Frau und ein Mann wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Der getötete Passant war laut Medienberichten 29 Jahre alt.

IS reklamiert Anschlag für sich

Der Terrorverdächtige wurde 1997 in Tschetschenien im Nordkaukasus geboren und war französischer Staatsbürger, hieß es aus Ermittlerkreisen. Fahnder nahmen am Sonntag seine Eltern und einen Freund in Gewahrsam. Der mutmaßliche Täter war den Sicherheitsbehörden bekannt und stand auf einer Liste von radikalisierten Personen.

Laut dem Pariser Staatsanwalt François Molins soll der Angreifer „Gott ist groß“ auf Arabisch gerufen haben. Wegen der Vorgehensweise übernahmen Anti-Terror-Ermittler den Fall. Ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes an Amtsträgern im Zusammenhang mit Terrorismus.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Die auf Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass das IS-Sprachrohr Amak den Angreifer als „Soldaten des Islamischen Staates“ bezeichnet habe.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge. Seit Anfang 2015 kamen dabei mehr als 240 Menschen ums Leben.