Österreichischer Journalist in der Türkei festgenommen

von Redaktion

Ankara Ein österreichischer Staatsbürger ist am Dienstag in Ankara festgenommen worden. Das bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll. Laut „Reporter ohne Grenzen“ handelt es sich dabei um den 20-jährigen Max Zirngast. Der freie Journalist, Student und Autor sei am Dienstagmorgen gegen fünf Uhr laut Angaben seiner Redaktion „re:volt magazin“ gemeinsam mit zwei anderen Kollegen in Ankara festgenommen worden. Der Vorwurf lautet auf Unterstützung terroristischer Organisationen.

Kritische Beiträge über Türkei

Die Redaktion des nach Eigenbezeichnung „linksradikalen Politik-Analyse-Bewegungs-Magazins“ vermutet einen Zusammenhang mit „politischen Publikationen“. „Das ist auf das Schärfste zu verurteilen“, so die Präsidentin von „Reporter ohne Grenzen Österreich“, Rubina Möhring. Die Organisation fordert die sofortige Freilassung des Österreichers. Der Student der Politikwissenschaft und Philosophie befasste sich demnach mit politischen Theorien und schrieb Beiträge in Büchern wie „Kampf um Kobane“, die sich kritisch mit der Beziehung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit der Türkei auseinandersetzen. Laut gut informierten Kreisen schrieb er auch für einen „radikalen Ableger der Kommunistischen Partei“ in der Türkei.

„Andere politische Meinungen dürfen nicht Grundlage für Verhaftungen oder Einschüchterungen sein! In der Türkei passiert das gerade aber zunehmend“, sagte Möhring. Derzeit sitzen nirgends so viele professionelle Journalisten in Haft wie in der Türkei. Das Land geht seit dem Putschversuch im Juli 2016 immer wieder gegen ausländische Staatsbürger vor. Die Festnahmen erfolgen meist wegen „Terrorverdachts“.

Die österreichische Botschaft steht laut Schnöll im Kontakt mit den Behörden und den Angehörigen des Journalisten. Eine offizielle Stellungnahme der Türkei lag zu Redaktionsschluss nicht vor.

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