Wer seinen Ölkessel rausschmeißt, bekommt bis zu 12.000 Euro

Politik / 01.03.2019 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ausschnitt aus der „Raus aus Öl“-Broschüre des Vorarlberger Energieinstituts.

Bund und Land fördern jene, die sich von ihrem alten Heizsystem verabschieden und eine nachhaltige Alternative wählen.

Birgit Entner-Gerhold

 Der Bregenzer Gastronom Peter Schenk hat sich von seiner Ölheizung verabschiedet. Als Alternative wählte er im Haupthaus seines Hotels eine Erdwärmepumpe mit Solaranlage sowie Wärmerückgewinnung aus Abluft und Klimatechnik. Effizient, zuverlässig und platzsparend sollte es sein und die alte Ölheizung der Geschichte angehören. 

Schenk hat sein altes Heizsystem rausgeschmissen und ist damit zum Aushängeschild des Vorarlberger Energieinstituts geworden. Mit Öl zu heizen, sei längst nicht mehr zeitgemäß, hält das Institut in seiner aktuellen Broschüre fest. Trotzdem sind im Land noch rund 30.000 Kessel in Betrieb, geschätzt 75 bis 80 Prozent von ihnen stehen in privaten Haushalten, erklärt Wolfgang Seidel vom Energieinstitut.


Jetzt gibt es keinen wirklichen Grund mehr, nicht auf erneuerbare Energieträger umzusteigen.

Wolfgang Seidel, Vorarlberger Energieinstitut

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat nun jene Förderung verlängert, die Besitzer dieser Anlagen dazu veranlassen soll, ihre alten Kessel mit einer nachhaltigen Alternative zu tauschen. Der Bonus heißt „Raus aus dem Öl“ und beträgt bis zu 5000 Euro. Wesentlich geändert hat sich seit 1. März nur, dass die Bundesförderung auch unabhängig von einer thermischen Sanierung ausbezahlt wird. Das Vorarlberger Energieinstitut sieht das als Vorteil: „Jetzt gibt es keinen wirklichen Grund mehr, nicht auf erneuerbare Energieträger umzusteigen. Wer seine Ölheizung tauscht, profitiert von den hohen Förderungen“, sagt Seidel. Geld kommt aber nicht nur vom Bund. Eine weitere Förderung kann zusätzlich beim Land beantragt werden. Wer seinen Ölkessel in einem Einfamilienhaus durch eine Holzheizung, einen Nahwärmeanschluss oder eine Wärmepumpe ersetzt, wird laut dem zuständigen Landesrat Christian Gantner unterm Strich 9000 bis 12.000 Euro erhalten. Entscheidet sich ein Hausbesitzer für eine Biomasseanlage, gibt es in rund 30 Gemeinden einen weiteren Zuschuss.

In den vergangenen Jahren hat sich der Heizölverbrauch bereits merklich reduziert. Seit 2005 ist er um 45 Prozent gesunken, berichtet Seidel. Bis 2030 will das Land die Hälfte der bestehenden Ölheizungen durch erneuerbare Energiesysteme ersetzen. Von den aktuell 30.000 Kesseln sind derzeit etwa zwei Drittel 20 Jahre oder älter. „Sie sind also bestens austauschbar“, erklärt der Experte. Aus seiner Sicht funktionieren die Förderungen gut. Umweltministerin Köstinger wünscht sich zusätzlich, dass alle Länder in ihren Bauordnungen verbieten, Ölheizungen im Neubau zu installieren. Dies beträfe in Vorarlberg aber ohnehin nur seltene Ausnahmefälle, sagt Seidel. VN-ebi

„Raus aus dem Öl“


42,6 Millionen Euro hat der Bund  für die „Raus aus dem Öl“-Förderung ausgegeben und damit 80 gewerbliche und 5100 private Projekte gefördert, zwei Prozent davon in Vorarlberg.  

25,43 Prozent der Heizsysteme in Vorarlberg wurden 2015/2016 mit Heizöl oder Flüssiggas bedient, gefolgt von Holz, Hackschnitzel, Pellets und Holzbriketts (21,21 Prozent), Solar und Wärmepumpen (19,49 Prozent), Erdgas (14,9 Prozent), Fernwärme (11,16 Prozent) und elektrischem Strom (7,81 Prozent).

Wer Fragen zur Umstellung seines Heizsystems oder zu den entsprechenden Förderungen hat, kann sich vom Vorarlberger Energieinstitut beraten lassen. 05572/31202-112 oder http://www.energieinstitut.at/raus-aus-oel

Informationen zur Förderung des Bundes: http:// www.bmnt.gv.at/foerderungen

Informationen zur Förderung des Landes: www.umweltforderung.at/rausausoel-waermeerzeugung und http://www.sanierungsscheck19.at

Informationen zu Förderungen der Gemeinden: http://www.energieinstitut.at/gemeindefoerderungen