Wiederaufbau in Syrien unter Assad

14.03.2019 • 21:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Assads Gegner müssen einsehen, dass die Rebellen den Konflikt verloren haben.AP
Assads Gegner müssen einsehen, dass die Rebellen den Konflikt verloren haben.AP

Regime von Damaskus sieht sich als Sieger im Bürgerkrieg.

Wien In Syrien fällt am Euphrat der letzte Rest vom IS. Die „Syrischen Demokratischen Kräfte“ aus Kurden, aramäischen Christen und arabischen Stammeskriegern haben sich bei der Einnahme von Baghouz verdächtig viel Zeit gelassen. Besonders die Kurden sahen keinen Grund zur Eile, ihre Rolle als Schlachtenfutter der internationalen Anti-Terrorallianz zu beenden und damit für diese überflüssig und der schon lang angekündigten türkischen Invasion Nordsyriens ausgeliefert zu werden.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung beim letzten Akt für den IS-Spuk auf syrischem Boden war die überraschend große Zahl zehntausender westlicher Dschihadisten samt Frauen und Kindern, die in Baghouz zusammengedrängt waren. Jetzt möchten sie gern in ihre Gastländer bis nach Australien zurückkehren, denen sie in verblendeter Begeisterung für den Dschihad den Rücken gekehrt hatten. Nun sind auch die Tage des Schutzgebietes für mit Al-Kaida verknüpfte Terrormilizen ums nordwestsyrische Idlib gezählt. Bereits regnet es wieder Bomben des Damaskus-Regimes auf diesen letzten Rest vom Bürgerkrieg. Machthaber Baschar al-Assad behält nicht nur militärisch die Oberhand in diesem achtjährigen Ringen. Auch international will niemand weiter das Risiko einer islamistischen Gewaltherrschaft eingehen. Das ist auch die Stimmung auf der gegenwärtigen Wiederaufbaukonferenz für Syrien in Brüssel.

Die syrischen Demokraten haben sich während des „Arabischen Frühlings“ so schwach und uneins erwiesen, dass ihnen Assad in einem Nach-Bürgerkriegs-Syrien kaum Konzessionen machen muss. Als Preis für weitere Herrschaft wird er allerdings auf die iranische Militärpräsenz an seiner Seite verzichten müssen.