Hinter den Kulissen: Wallfahrer und Schauläufer

Politik / 13.04.2019 • 06:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Klubchef Roland Frühstück holte sich Kraft beim innigen Händedruck mit Papst Franziskus. Servizio Fotografico

Politik, Parteien und Personen: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Hauteng In Zeiten, in denen es um Volkes Stimme geht, ziehen Großveranstaltungen wahlwerbende Politiker an wie das Licht die Motten. Auch bei Bludenz läuft gab es ein Schaulaufen von Mandataren und solchen, die es noch werden wollen. Langzeitstadtchef Mandi Katzenmayer (68, VP)) ist bei diesem Laufevent schon ein gewohntes Bild. Sein von den Schwarzen erhoffter Nachfolger, der als Spitzenkandidat designierte Simon Tschann (26, VP), stellte sich ebenfalls der sportlichen Herausforderung, und auch der Thüringer Bürgermeister Harald Witwer (42, VP) hatte die Laufschuhe geschnürt. Gleiches galt für Stadtrat Christoph Thoma (42, VP), der vielleicht schon für den Marsch ins Landhaus trainierte. Vizestadtchef Mario Leiter (54, SP) wiederum sorgte im hautengen schwarzen Laufdress für Aufsehen. Während die einen für das Schaulaufen kräftig schwitzten, kosteten andere das Bad in der Menge gemütlich aus, darunter Parteichef Christoph Bitschi (28, FP) und sein Parteifreund Joachim Weixlbaumer (52, FP).

Gegentaktik Für die einen ist es Kalkül, andere bezeichnen die Auftritte als parteipolitisches Taktieren. Fakt ist, dass sich Landesrat Johannes Rauch (59, Grüne) in früher von ihm lautstark besetzten Bereichen bemerkenswert ruhig verhält. Dafür treten die Gesinnungsfreunde wie die Jungabgeordneten und innerparteilichen Hoffnungsträger Nina Tomaselli (33, Grüne) oder Daniel Zadra (34, Grüne) umso lauter auf, wenn es um Themen wie beispielsweise das geplante Anknabbern der Grünzone im Walgau geht. Die Schwarzen rund um Parteichef LH Markus Wallner (51, VP) glauben jedenfalls „die stets mit Grünenchef Rauch abgesprochene Taktik“ ihres Koalitionspartners erkannt zu haben. Man feile im Hinblick auf die Landtagswahl 2019 „längst an einer Gegentaktik, die Rauch noch zu spüren bekommen wird“, heißt es hinter den Kulissen.

Absolution „Nur wenige Sekunden, nur ein inniger Händedruck, nur drei kurze Sätze, aber eine Berührung, die Kraft und Zuversicht für viele Jahre gibt.“ Mit diesen Worten umschreibt Klubobmann Roland Frühstück (60, VP) in sozialen Medien seine Sekundenaudienz bei Papst Franziskus (82) in Rom. Frühstück, der bei seiner Reise in die heiligen Hallen des Vatikans von Vizeklubdirektor Jochen Weber (49, VP) begleitet wurde, zeigte sich jedenfalls hellauf begeistert, zumal der Bregenzer offenbar sogar im Ledersessel des legendären Papamobils, aus dem der Heilige Vater gerne seinen Schäfchen zuwinkt, Platz nehmen durfte. Organisiert hatte die schwarze Wallfahrt der bundesweiten Landtagsklubchefs August Wöginger (44, VP), seines Zeichens Klubobmann im Nationalrat.