Schokoladenkönig und Komiker duellieren sich in der Ukraine

Politik / 19.04.2019 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

kiew In der Ukraine wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt duellieren sich mit Wolodymyr Selenskyj und Petro Poroschenko am Sonntag zwei sehr unterschiedliche Männer. Der 53-jährige Amtsinhaber wird nicht nur wegen seiner Körperfülle scherzhaft auch der „Schokoladige“ genannt. Der Oligarch, Vater von vier Kindern, hat es mit einem Süßwarenimperium zu einem Millionenvermögen gebracht. Anders als zum Amtsantritt versprochen, hat er aber weder seine Geschäfte mit der „Roshen“-Schokolade aufgegeben noch den Krieg in der Ostukraine beendet. Erreicht hat Poroschenko zwar visafreies Reisen in die EU. Aber vielen Menschen in dem verarmten Land fehlt dafür das Geld.

Selenskyj (41) ist Schauspieler, der in der Comedy-Serie „Sluha narodu“ („Diener des Volkes“) den Präsidenten gespielt hat. Seit 2003 führt der Medienstar durch eine Samstagabendshow. Er gilt als Hoffnungsträger vieler vor allem junger Ukrainer. Dort wie im richtigen Leben prangert er vor allem immer wieder die Korruption in der Ex-Sowjetrepublik an. Der ausgebildete Jurist nennt sich „Clown aus Krywyj Rih“, seiner Geburtsstadt in der Südukraine: Er ist verheirateter Vater zweier Kinder.

Verhandlungen über eine Osterwaffenruhe in der Ostukraine sind indessen vorerst gescheitert. Die Konfliktparteien wiesen sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu. Ein neuer Versuch werde am Mittwoch unternommen, teilte Martin Sajdik, Vermittler der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), am Freitag mit. Viele hoffen, dass nach der Wahl die ins Stocken geratenen Verhandlungen wieder in Gang kommen.