Alpenstadt heißt Jäger Bau willkommen

Politik / 26.04.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf dem Gelände des ehemaligen Viehmarktes vor den Toren der Altstadt soll das neue Headquater der Firma Jäger Bau entstehen.VN/Stiplovsek
Auf dem Gelände des ehemaligen Viehmarktes vor den Toren der Altstadt soll das neue Headquater der Firma Jäger Bau entstehen.VN/Stiplovsek

Bludenzer Stadtvertretung stimmt mit überwältigender Mehrheit für Grundstücksverkauf an Jäger Bau.

Bludenz Fünf Monate lang ist im Bludenzer Rathaus verhandelt worden, was in der gestrigen Stadtvertretersitzung beschlossen wurde: der Verkauf einer zentrumsnahen Liegenschaft für die Betriebsansiedlung der Schrunser Firma Jäger Bau. Wie berichtet, will das international tätige Unternehmen seine Standorte, unter anderem im Montafon und in Nüziders, in der Bludenzer Herrengasse zentralisieren und damit nach eigenen Angaben auch einen neuen, größeren Pool für künftige Arbeitskräfte erschließen. Neben der Jäger Beteiligungsgesellschaft, Jäger Bau, der STAG Gruppe, der Jäger Immobiliengesellschaft sind auch die Jäger AlpinLodges Bau- & Management GmbH sowie Bad 2000 von der Bündelung der Kräfte betroffen. Rund 100 Arbeitsplätze würden dadurch unmittelbar vor den Toren der Altstadt angesiedelt werden.

Neue Richtlinie

In der Stadtvertretung wurden gestern dafür die Weichen gestellt. Mit 30:3 Stimmen (gegen jene der Offenen Liste) sprachen sich die Bludenzer Stadtvertreter für den Verkauf der rund 1800 Quadratmeter großen Liegenschaft aus. Begleitend dazu wurde mit der gleichen Stimmenanzahl auch eine neue Richtlinie für die Betriebsansiedelungsförderung von Großbetrieben beschlossen. Demnach wird die Firma Jäger Bau in den ersten zehn Jahren lediglich die Hälfte der Kommunalsteuer entrichten müssen. Seitens der Offenen Liste äußerte Wolfgang Maurer bezüglich der Förderrichtlinie und des Grundstücksverkaufs seine Bedenken. Während er die Förderung bei einer Million Euro gedeckelt sehen wollte, setzte er sich beim Grundstücksverkauf für eine Vertagung ein. Maurer brachte Bedenken aus der unmittelbaren Nachbarschaft zum Ausdruck. Tatsächlich war es so, dass nach Erscheinen des VN-Berichts über den geplanten Jäger-Zuzug auch die Firma Bertsch gegenüber der Stadt Interesse an der Liegenschaft geäußert hatte.

Bürgermeister Mandi Katzenmayer (VP), der gemeinsam mit Vize Mario Leiter (SP) in intensiven Vorgesprächen die Ansiedlung vorbereitet hatte, verteidigte hingegen das vorgelegte Konzept vehement. Zudem versicherten Katzenmayer und Leiter, dass bei der Konzeption der neuen Jäger-Zentrale auch das Gespräch mit der Nachbarschaft gesucht werde. Auch Joachim Weixlbaumer (FP) sah in der Betriebsansiedelung eine „einmalige Chance für Bludenz“.

Tiefgarage und Stellplätze

Im Zuge der Errichtung der neuen Firmenzentrale ist auch der Bau einer zweigeschoßigen Tiefgarage geplant. Ähnlich dem Modell beim Laurentiuspark (LKH) soll eine Parkebene von der Stadt auf 25 Jahre gepachtet werden. Diese soll so adaptiert sein, dass bei der künftigen Entwicklung des Stadtsaals ein direkter Zugang ins Gebäude möglich ist. Auch die Firma Bertsch hätte bei einer Erweiterung die Option, an diese Garage anzuschließen. Um die wegfallenden Parkplätze zu kompensieren, werden auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs neue Parkplätze entstehen.