Hinter den Kulissen: Grüne Stürze in tiefe Krisen

Politik / 27.04.2019 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Bewusst geworden, dass ich physisch und psychisch an der Kippe stehe“: Grünen-Klubchef Gross vor seinem Rücktritt. VN

Politik, Personen und Parteien: VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Vollgasgrüner Ob der Druck in der Partei mit Landessprecher LR Johannes Rauch (60) zu groß wurde oder der Ehrgeiz an die Parteispitze drängender junger Grüner wie Nina Tomaselli (33) und Daniel Zadra (34) Auslöser waren, steht nicht fest. „Ich werde nicht mehr kandidieren. Dem ist eine untragbare Vorstandsentscheidung vorausgegangen, die mir de facto die nötige Unterstützung entzogen hat. Das war vor 16 Tagen. Seit da bin ich in eine tiefe Krise gestürzt“, schrieb sich Adi Gross (57) offenbar vor seinem Rücktritt als Klubchef in einer für einen kleinen Kreis gedachten und den VN zugespielten Whatsapp-Meldung seinen Frust von der Seele. Und weiter: „Mir ist schmerzlich bewusst geworden, dass ich physisch und psychisch an der Kippe stehe. Die vielen Jahre Vollgas haben Spuren hinterlassen.“ Er werde sich beruflich zurückziehen und Kraft tanken. Nachsatz: „Natürlich sage ich das nur euch. Die Presseerklärung sieht anders aus.“

Schikanös An diesen Polizisten wird man sich im Nobelskiort Lech noch lange erinnern. Anstatt für Ruhe und Ordnung zu sorgen, hat er für ordentlich Unruhe gesorgt. Der Ordnungshüter sekkierte die Bürger offenbar so weit, dass sogar die Notärzte Elmar Beiser (60) und Reinhard Muxel (62) ihren Dienst quittierten. Immer wieder sei es zu Zwischenfällen mit dem Polizisten gekommen, auch direkt am Notfallort. Dreimal sei er vom Uniformierten im Dienst abgemahnt worden, schilderte der erfahrene Notarzt Beiser. „So etwas geht einfach nicht. In solchen Situationen muss man zusammenarbeiten.“ Auch mit Rotem Kreuz und Feuerwehr gab es Probleme. Gestraft wurde offenbar jeder und überall. „Die Amtsführung des Polizisten wurde von Bürgern und Touristen als schikanös empfunden“, lautet denn auch der Tenor im Gemeindeamt. Jetzt herrscht wieder Ruhe: Nach nur einer Wintersaison wurde der Dienstort des Polizisten nach Kärnten verlegt. Womit auch die Notärzte ihren Dienst wieder aufgenommen haben.

Landesdienst Wer wird neuer Gesundheitslandesrat? Das Rennen ist noch lange nicht entschieden. Fix ist: Christian Bernhard (55, VP) verlässt mit der Wahl im Herbst die Landesregierung. Noch schwirren viele Namen möglicher Nachfolger (alle ÖVP) durch die Gänge des Landhauses, angefangen von Harald Sonderegger (55) über Susanne Andexlinger (56) bis Andreas Prenn (57). Entschieden ist hingegen die Zukunft von Landesrat Bernhard. Er bleibt im Landesdienst und wird medizinischer Sachverständiger des Landes. Als solcher vertritt er den Landesgesundheitsfonds bei Verhandlungen. Obwohl er bleibt: In die Arbeit des Nachfolgers möchte er sich nicht einmischen, heißt es.