Maduro schwört Soldaten auf sich ein

02.05.2019 • 20:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Die Stunde des Kampfes ist gekommen“, so Venezuelas Präsident Maduro. reuters
„Die Stunde des Kampfes ist gekommen“, so Venezuelas Präsident Maduro. reuters

Venezuelas Staatschef kündigt nach Putschversuch harte Konsequenzen an.

caracas Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat nach dem gescheiterten Umsturzversuch der Opposition das Militär auf die Verteidigung seiner sozialistischen Regierung eingeschworen. „Die venezolanischen Streitkräfte stehen vor einer historischen Aufgabe. Soldaten des Vaterlandes: Die Stunde des Kampfes ist gekommen“, sagte er am Donnerstag in der Festung Tiuna in Caracas vor Tausenden Soldaten. „Wir müssen das heilige Feuer der militärischen Werte entfachen, um den Imperialismus, die Verräter und Putschisten zu besiegen.“

Am Dienstag hatte der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó einige Soldaten auf seine Seite gezogen und den seit Jahren festgesetzten Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit. Allerdings scheiterte sein Versuch, größere Teile der Streitkräfte zum Überlaufen zu bewegen. Maduro drohte den an der Rebellion Beteiligten mit harten Konsequenzen. „Alle Sicherheitskräfte suchen nach diesen Putschisten, die isoliert, alleine und besiegt sind“, sagte der Staatschef. „Früher oder später werden sie ins Gefängnis kommen und für ihren Verrat bezahlen.“ Ein Gericht stellte einen Haftbefehl gegen Oppositionsführer López aus. Dieser war 2017 zu Hausarrest verurteilt worden. Bei den Protesten gegen die Regierung kamen nach Angaben der Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) mindestens vier Menschen ums Leben, rund 130 wurden verletzt.

Guaidó rief seine Anhänger dazu auf, die Arbeit niederzulegen und in einen Generalstreik zu treten. „Wenn das Regime glaubt, wir hätten bereits den maximalen Druck erreicht, dann täuscht es sich“, sagte er. Der junge Abgeordnete hatte sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten ernannt und seither vergeblich versucht, einen Machtwechsel in dem südamerikanischen Erdölland zu erzwingen.