Nordkoreanische Tests lösen Besorgnis aus

05.05.2019 • 20:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Machthaber Kim Jong-un war bei dem Test persönlich dabei. Das Foto stammt von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. AFP PHOTO/KCNA VIA KNS
Machthaber Kim Jong-un war bei dem Test persönlich dabei. Das Foto stammt von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. AFP PHOTO/KCNA VIA KNS

Pjöngjang erprobte offenbar Raketenwerfer und Lenkwaffen.

pjöngjang Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Machthaber Kim Jong-un habe die Tests im Rahmen einer Übung persönlich überwacht und sich mit der Ausführung zufrieden gezeigt, berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Experten vermuten, Nordkorea könnte ein ballistisches Raketensystem erprobt haben. UN-Resolutionen verbieten dem Land Raketentests unter Verwendung „ballistischer Raketentechnik“.

Südkorea kritisierte die Waffentests und rief das Nachbarland auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte. Das Büro von Präsident Moon Jae-in warf Nordkorea zudem vor, mit dem Waffentest gegen die Abmachungen des innerkoreani-

schen Militärabkom-

mens vom September

2018 über vertrauensbilden-

de Maßnahmen zu verstoßen. US-Präsident Donald Trump enthielt sich der Kritik. „Es wird einen Deal geben“, meinte der US-Präsident. „In dieser interessanten Welt ist alles möglich.“

Gipfeltreffen abgebrochen

Die neuen Waffentests wurden von Beobachtern auch als weiterer Versuch Nordkoreas gesehen, im Atomstreit die USA stärker unter Druck zu setzen. Das zweite Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim war im Februar in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang forderte eine Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen – ebenfalls erfolglos. Den nordkoreanischen Berichten zufolge war es Zweck der Raketenübung, die Einsatzfähigkeit und die Treffgenauigkeit „großkalibriger Mehrfach-Raketenwerfer und taktischer Lenkwaffen“ zu überprüfen.

Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, Nordkorea habe vermutlich 240- und 300-Millimeter Raketenwerfer sowie „eine neue Art taktischer Lenkwaffen“ getestet. Südkoreas Militär hatte am Vortag zunächst nur vage von „Projektilen“ von kurzer Reichweite gesprochen. Sie seien nach dem Abschuss von der Ostküste des Nachbarlandes bis zu 200 Kilometer weit geflogen und dann ins Meer gestürzt.

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea würden als offene Herausforderung Trumps gewertet werden.