Rüdisser: Jährlich fließen 32 Millionen Euro aus Brüssel

07.05.2019 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Vorarlbergs Exportvolumen hat sich innerhalb von zwei Jahrzehnten mehr als vervierfacht“, sagt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. VN/PAULITSCH

Von Österreichs Mitgliedschaft in der Europäischen Union hat Vorarlberg in den letzten zwei Jahrzehnten viel Nutzen und kräftig Fördergeld lukriert, heißt es beim Land.

Bregenz Der Europatag am 9. Mai steht heuer unter besonderen Vorzeichen: Zum einen treffen die EU-Staats- und Regierungschefs im rumänischen Sibiu zusammen, um über die Zukunft der Union zu beraten. Zum anderen stehen die Wahlen zum Europäischen Parlament bevor. Im Vorfeld dieser Ereignisse erläuterte Karlheinz Rüdisser die positiven Wirkungen der EU-Mitgliedschaft auf die Entwicklung des Landes. Die von der EU mitfinanzierten Projekte im Lande seien eine Erfolgsgeschichte, einige sollen werden im Rahmen eines Tags der offenen Tür unter dem Titel „EUropa im Ländle“ am 16. Mai der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vorarlberg habe in der EU von vielfältigen Faktoren profitiert, rechnete Rüdisser vor und sprach von Vorarlberg als „EU-Nettoempfänger“.

2014 bis 2020 mehr als 220 Millionen

Rein finanziell ergibt sich aus Österreichs EU-Mitgliedschaft für Vorarlberg im Wesentlichen eine ausgeglichene Bilanz. Die Einzahlungen des Landes in den EU-Haushalt betrugen im Jahr 2018 rund 25 Millionen Euro. In der Förderperiode zwischen 2014 und 2020 fließen bis dato aus EU-Fördertöpfen (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“, Europäischer Sozialfonds, Agrarförderungen) im Durchschnitt pro Jahr rund 32 Millionen Euro pro Jahr ins Land zurück. Insgesamt könne Vorarlberg in der laufenden Programmperiode 2014 bis 2020 mehr als 220 Millionen Euro an EU-Förderungen lukrieren, rechnete Rüdisser vor.

Viel Profit dank vielfältiger Faktoren

Vorarlberg habe in der EU von vielfältigen Faktoren profitiert , und zwar durch offene Binnengrenzen, eine gemeinsame Währung, Personenfreizügigkeit, Handelserleichterungen sowie Impulse aus Gemeinschaftsprogrammen zur Stärkung der länderübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit in Grenzregionen. Landesstatthalter Rüdisser verwies auf die Wirtschaftsdaten. So hat sich das Vorarlberger Exportvolumen innerhalb von zwei Jahrzehnten auf mehr als zehn Milliarden Euro im Jahr vervierfacht. Auch die Zahl der Beschäftigten ist kontinuierlich gestiegen und hat im Jahresdurchschnitt 2018 einen Höchststand von 176.000 erreicht. Besonders markant ist die Entwicklung des Außenhandels mit den im Rahmen der EU-Osterweiterung 2004 beigetretenen Ländern. Ihr Anteil am Vorarlberger Exportvolumen ist innerhalb von zwölf Jahren von acht auf 15 Prozent gestiegen. Die Vorteile der EU-Mitgliedschaft beschränken sich aber nicht auf die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die EU habe sich auch als Friedensprojekt bewährt, so Rüdisser. Beim Tag der offenen Tür am Donnerstag, 16. Mai, sollen 19 ausgewählte Projekte eindrucksvoll die Vielfalt und den Wert von EU-Förderungen für die Region und ihre Bevölkerung aufzeigen.