Absage an die Sonderschule

14.05.2019 • 20:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Caritas-Präsident Landau (2.v.l.) appellierte mit sechs Interessensvertretern für eine bessere Inklusionspolitik.CARITAS
Caritas-Präsident Landau (2.v.l.) appellierte mit sechs Interessensvertretern für eine bessere Inklusionspolitik.CARITAS

Menschen mit Behinderung traten mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit.

Wien Sechs Menschen mit Behinderung haben analysiert, wie es um die Inklusionspolitik in Österreich steht. Gemeinsam mit Caritas-Präsident Michael Landau traten die sechs Interessensvertreter verschiedener Caritas-Einrichtungen – unter anderem Robert Kapolani, Franz Renner und Iris Grasel – am Dienstag mit ihren Forderungen vor die Presse. So solle die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan Behinderung umsetzen, der einst 2012 beschlossen wurde und 250 Maßnahmen enthält, um die UN-Behindertenrechtskonvention in Österreich umzusetzen. Dass die Bundesregierung den Aktionsplan fortführen wolle, sei gut, sagt Landau. Gleichzeitig kritisiert er, dass die Umsetzung aber stocke. Neben der Reform der Sachwalterschaft seien keine größeren Schritte gemacht worden und viele Menschen mit Behinderung immer noch nicht sozialversichert, auch Leistungen wie mobile Dienste oder Assistenz deckten den Bedarf nicht ab.

Im Alltag sind Menschen mit Behinderung mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So wünscht sich Interessensvertreter Franz Renner etwa Schulungen für Busfahrer. Viele Menschen mit Behinderung hätten Angst vorm Einsteigen, weil die Türen zu schnell zugingen. Iris Grasel hielte auch ein Schulungsprogramm für Ärzte für sinnvoll. Robert Kapolani plädierte dafür, dass es nur noch inklusive Schulen geben sollte, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Allerdings plant die Bundesregierung den Ausbau von Sonderschulen. Ein weiteres Thema der Interessensvertreter ist die fehlende Barrierefreiheit an vielen Orten. Die größten Barrieren befinden sich laut Landau aber „meist in unseren Köpfen“.